Die erzherzogliche Kunstsammlung „Alber
tina“ bewahrt in ihren Mappen eine Sammlung
von Blättern, die von den Mitgliedern der
„Hagengesellschaft“ im Laufe der Jahre an den
Tischen des Cafe Sperl in der Gumpen-
dorferstraße gezeichnet wurden und die schon
heute als wichtige Dokumente zur Beurteilung
der künstlerischen Interessen Wiens in den
beiden letzten Jahrzehnten des neunzehnten
Jahrhunderts gelten müssen. Wenn auch
manche Blätter deutlich erkennen lassen, daß
freundschaftlich-schalkhafte Geselligkeit äußer
lich den Zusammenschluß der „Hagengesell
schaft“ erleichtert hat, die auch heute noch aus
Mitgliedern aller Lager besteht, so zeigt doch
wiederum die Fülle der ernsthaften Arbeiten,
in denen sich nicht nur ein Widerklang indivi
duellen Str ebens, sondern so oft eine Auseinander
setzung mit den wichtigsten und brennendsten
Fragen künstlerischer Kultur offenbart, daß hier
ein Diskussionszentrum gegeben war, das für
die weitere Entwicklung des Wiener Kunstlebens
von entscheidender Bestimmung sein mußte.
Und in der Tat ist von hier die Bewegung aus-
5