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Full text : Frauenschulen und Frauenarbeit auf der Pariser Weltausstellung 1878

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Die  erste  Ausstellung  fand  vor  zwei  Jahren  statt.  Sie  wurde  unter
der  Aegide  des  angesehenen  Londoner  Hauses  und  unter  dem  Schutze  der
hochgestellten  Frauen  und  Aristokraten  des  Landes  in  Szene  gesetzt.  Der
Prinz  und  die  Prinzessin  von  Wales,  die  Kronprinzessin  von  Preussen,
die  königliche  Prinzessin  von  England,  hatten  nicht  nur  ihr  Protectorat
dem  Namen  nach  gewährt,  sondern  widmeten  dem  Unternehmen  ihre
lebhafteste  Aufmerksamkeit.  —  Indessen  langten  die  Arbeiten  ein.  Niemand
hatte  eine  Ahnung  gehabt  von  der  Originalität,  der  kraftvollen  Schönheit
und  vor  Allem  von  der  Zahl  dieser  kleinen  Kunstwerke,  die  nun  mit
einem  Male  nach  der  Galerie  in  Regent-Street  gewandert  kamen.
Das  Publicum  war  entzückt,  und  es  begann  eine  wahrhaftige  Pilgerreise ­
  nach  dem  Ausstellungsgebäude.  Seither  gehören  diese  jährlich  wiederkehrenden ­
  Expositionen  zu  den  beliebtesten  der  Stadt;  täglich  sind  Massen
von  Besuchern  in  den  weiten  Galerien  des  Etablissements,  Einkäufe  und
Bestellungen  werden  gemacht,  und  in  einen  Kunstzweig,  der  bisher  kaum
geahnt,  wie  in  halbem  Schlummer  lag,  ist  plötzlich  fröhliches,  kräftiges,
pulsirendes  Leben  gekommen.
Die  Vortheile,  welche  den  Ausstellern  erwachsen,  sind  ausserordentlich
gross;  ihre  Kunst  hat  plötzlich  einen  goldenen  Boden  bekommen;  ihre
Namen  werden  genannt  und  bekannt;  ihre  Werke  finden  Nachfrage  und
Anerkennung  und  werden  mit  Geldpreisen,  mit  Ehrendiplomen  und  Medaillen ­
  prämiirt;  die  Zuerkennung  dieser  Prämien  erfolgt  nach  den  Entscheidungen ­
  dreier  hervorragender  Mitglieder  der  königlichen  Akademie,
der  Herren  E.  W.  Cooke,  F.  Goodall  und  E.  J.  Poynter.
Die  Herren  Howell&  James  hatten  nun  eine  kleine  Sammlung  von  künstlerischen ­
  Dilettantenarbeiten  zur  Ausstellung  nach  Paris  gesandt  und  damit
einen  Magnet  geschaffen,  der  alle  kunstsinnigen  Augen  auf  sich  zog.  Auf
einen  kleinen  Raum  zusammengedrängt  waren  da  wahrhaft  reizende  Sachen,
Dinge  von  merkwürdiger  Schönheit  und  Kraft  der  Darstellung,  viele  von
origineller,  ursprünglicher  Auffassung,  von  wahrem  Werthe,  wie  die  von
den  Museen  in  Wien,  in  Berlin  und  von  manchem  bekannten  deutschen
und  französischem  Kunstfreunde  erstandenen  Arbeiten  bezeugten.
Von  dieser  überaus  reizenden  Ausstellung  konnte  man,  in  Erinnerung
an  ihre  Entstehungsgeschichte,  die  Erkenntniss  mit  nach  Hause  nehmen,
welche  segensreiche  Macht  in  der  richtigen,  ernsten,  sachverständigen  und
nachdrucksvollen  Unterstützung  und  Führung  liegt,  wenn  man  sie  erspriesslichem
  Streben  angedeihen  lässt.
Die  hochstehenden  Namen  der  Fürsten  und  Fürstinnen,  welche  sich
hier  betheiligen,  sie  sind  für  die  Producenten  und  Consumenten  der
mächtige  Zauber,  sie  sind  der  Impuls,  der  hier  Talent  und  Anerkennung
in  gedeihliche  Wechselwirkung  bringt.  —  Der  Industrielle,  der  fachkundige
Mann  findet  sich,  der  die  verborgenen  Kräfte  zu  wecken  sucht;  er  bietet
den  Amateurs  und  Dilettanten  einen  sicheren  Hafen  für  ihre  Arbeit  und
die  Möglichkeit  sie  günstig  zu  verwerthen;  die  kunstsinnige  Regenten-
            
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