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Full text : Frauenschulen und Frauenarbeit auf der Pariser Weltausstellung 1878

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In  den  nachfolgenden  Blättern,  welche  einem  Aufträge  Sr.  Excellenz
des  Ministers  Dr.  v.  Stremayr  ihre  Entstehung  verdanken,  will  ich  das
Ergebniss  einiger  in  Paris  gemachter  Studien  niederlegen.  Der  Zweck
dieser  Studien  war  der,  der  Frauenthätigkeit  auf  kunstgewerblichem  und
industriellem  Gebiete  nachzuforschen,  zu  sehen  was  an  Fortschritten  auf
eben  diesem  Gebiete  seit  dem  Jahre  1873  zu  verzeichnen  sei,  wie  sich  die
Schule,  die  Gesellschaft,  die  einzelnen  Länder  im  Verhältnisse  zu  der
bezüglichen  Entwicklung  seither  verhalten  haben.
Zu  meinem  Bedauern  war  das  Material,  das  ich  zu  solchem  Zwecke
sammeln  wollte,  auf  der  Ausstellung  selbst  nur  lückenhaft  aufzufinden.
Ich  habe  es  daher  versucht,  das  Mangelnde  nach  besten  Kräften  zu  ergänzen. ­
  das  skizzenhafte  Bild,  das  ich  durch  die  Ausstellungen  so  mancher
Länder  gewonnen  hatte,  durch  anderweitige  Informationen  aus  den  besten
Quellen  klarer  und  inhaltlicher  zu  gestalten,  und  ich  habe  namentlich  dem
Besuche  der  Pariser  Lehranstalten  viel  Zeit  gewidmet,  um  deren  Organisation ­
  und  Zweck  zu  studiren  und  über  dieselben  nach  eigener  Anschauung
berichten  zu  können.
Frankreich.
Societe  pour  Tenseignement  professionel  des  femmes.
Im  Jahre  1856  hat  sich  auf  Anregung  und  unter  dem  Vorsitze  der
Frau  Elisa  Lemonier  die  »Societe  de  protection  maternelle  pour  les  jeunes
Alles»  gebildet,  welche  den  Zweck  hatte,  eine  möglichst  grosse  Zahl  von
Mädchen  unentgeltlich  zu  irgend  einem  anständigen  und  einträglichen
Erwerbe  zu  erziehen.  Da  der  neugegründeten  Gesellschaft  keinerlei  Capital
zur  Verfügung  stand,  so  beschlossen  die  wenigen  Mitglieder  nach  Thunlichkeit
  thatkräftig  einzugreifen,  und  für  das  Erste,  einzelne  Mädchen  auf
Kosten  einiger  wohlthätiger  Damen  unterrichten  zu  lassen.  Mehrere  Mädchen
wurden  so  in  Paris  selbst  erzogen,  andere  nach  Deutschland  gesandt,  und
erst  im  J.  1862  war  der  Verein  soweit  erstarkt,  dass  er  eine  eigene  Lehranstalt ­
  errichten  und  damit  seinen  Intentionen  wahrhaft  nachkommen  konnte.
Zu  eben  der  Zeit  nahm  der  Verein  den  Namen  »Societe  pour  l’enseignement
  professionel  des  femmes»  an,  den  er  heute  führt.
In  der  ersten  gewerblichen  Mädchenschule  Frankreichs,  welche  in
der  Rue  de  la  Perle  eröffnet  w'urde,  fanden  sich  nur  6  Schülerinnen  ein,
deren  Zahl  jedoch  bis  zum  Schlüsse  des  ersten  Schuljahres  auf  40  ge-1*

            
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