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Full text : Frauenschulen und Frauenarbeit auf der Pariser Weltausstellung 1878

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flossenen  Jahre  die  höchsten  Preise,  die  für  gute  Copien  bestimmt  waren,
von  Frauen  erworben  wurden.
Ladies  Art  Society.
Die  Ladies  Art  Society  wurde  im  Jahre  1867  von  Frau  Pope  und
Frau  Henry  Peters  Gray  zur  Förderung  von  Künstlerinnen  in  das  Leben
gerufen.  Ausser  vielfachen  Vortheilen  und  Unterstützungen  bietet  die
Gesellschaft  ihren  Mitgliedern  die  Gelegenheit,  gegen  geringe  Kosten  nach
lebenden  Modellen  zeichnen  und  malen  zu  können.
New  Kngland  Female  Medical  College.
Weitab  in  Ziel  und  Streben  von  den  eben  genannten  Instituten,
mehr  als  diese  auf  amerikanischen  Geist  und  amerikanische  Sitten  basirt,
erscheinen  die  medicinischen  Schulen  für  Frauen,  deren  erste  im  Jahre
i85o  als  New  England  Female  Medical  College  gegründet  wurde.
In  den  nächsten  zwei  Jahrzehnten  entstanden  fünf  weitere  medicinische
  Fachschulen  für  Frauen,  und  wurde  diesen  letzteren  der  Zutritt
zu  fünf  Hochschulen  gestattet,  wo  sie  gleich  den  männlichen  Hörern  ihren
Studien  obliegen  konnten.  Seitdem  haben  die  weiblichen  Aerzte  in  Amerika
sich  nicht  übel  bewährt  und  vielfach  das  Vertrauen  der  Bevölkerung  gewonnen. ­
  Schülerinnen  des  New  England  Female  Medical  College  haben
in  Chicago,  in  Detroit-Hospitäler  für  Frauen  und  Kinder  errichtet  und
sich  die  Stellen  von  Assistenten  an  Staatsanstalten  erworben,  so  an  dem
State  Lunatic  Asylum  zu  Worcester  und  an  dem  State  Alms-House  zu
Pewksburg.  Schülerinnen  eben  jener  Fachschule  sind  Professoren  der
Anatomie,  der  Physiologie,  der  Gesundheitslehre  im  Mount  Holyoke  Seminar ­
  und  im  Vassar  College,  während  eine  grosse  Zahl  von  ihnen  als
praktische  Aerzte  in  Boston  und  in  anderen  Städten  wirken.  Als  ganz
ausserordentliche  Gehilfinnen  erscheinen  diese  medicinisch  gebildeten  Frauen
den  Missionsgesellschaften  bei  ihrem  mühseligen  Berufe.  Die  weiblichen
Aerzte,  welche  sich  diesen  Gesellschaften  anschliessen,  gewinnen  leicht
Fuss  inmitten  eines  fremden  Volkes,  das  Vertrauen  kommt  ihnen  entgegen, ­
  und  deutlicher  als  alle  Glaubenssätze  und  -Lehren  spricht  die
thatkräftige  Hilfe,  welche  die  milde  Hand  des  Arztes  in  der  Stunde  der
Angst  und  Noth  zu  bringen  weiss.  —  —
Wenn  wir  die  Bewegung  überblicken,  welche  der  weibliche  Unterricht ­
  in  Amerika  seit  kaum  mehr  als  einem  halben  Jahrhundert  gemacht
hat,  wenn  wir  die  Entstehung  und  die  Entwicklung  der  einzelnen  Schulen
und  ganzen  Schulsysteme  in  das  Auge  fassen,  wenn  wir  die  kurze  Spanne
Zeit  überschauen,  die  zwischen  der  ersten  Schreib-  und  Leseschule  und
dem  Vassar  College  liegt,  dann  müssen  wir  uns  aufrichtig  gestehen,  dass
ein  solcher  Fortschritt  unsern  europäischen  Kopf  ein  wenig  schwindeln
macht.  Er  ist  nur  aus  den  enormen  Dimensionen  des  Landes,  aus  dem
Schaffensdrang  des  amerikanischen  Geistes,  und  aus  den  eigenthümlichen
Culturverhältnissen  zu  erklären.
            
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