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flossenen Jahre die höchsten Preise, die für gute Copien bestimmt waren,
von Frauen erworben wurden.
Ladies Art Society.
Die Ladies Art Society wurde im Jahre 1867 von Frau Pope und
Frau Henry Peters Gray zur Förderung von Künstlerinnen in das Leben
gerufen. Ausser vielfachen Vortheilen und Unterstützungen bietet die
Gesellschaft ihren Mitgliedern die Gelegenheit, gegen geringe Kosten nach
lebenden Modellen zeichnen und malen zu können.
New Kngland Female Medical College.
Weitab in Ziel und Streben von den eben genannten Instituten,
mehr als diese auf amerikanischen Geist und amerikanische Sitten basirt,
erscheinen die medicinischen Schulen für Frauen, deren erste im Jahre
i85o als New England Female Medical College gegründet wurde.
In den nächsten zwei Jahrzehnten entstanden fünf weitere medicinische
Fachschulen für Frauen, und wurde diesen letzteren der Zutritt
zu fünf Hochschulen gestattet, wo sie gleich den männlichen Hörern ihren
Studien obliegen konnten. Seitdem haben die weiblichen Aerzte in Amerika
sich nicht übel bewährt und vielfach das Vertrauen der Bevölkerung gewonnen.
Schülerinnen des New England Female Medical College haben
in Chicago, in Detroit-Hospitäler für Frauen und Kinder errichtet und
sich die Stellen von Assistenten an Staatsanstalten erworben, so an dem
State Lunatic Asylum zu Worcester und an dem State Alms-House zu
Pewksburg. Schülerinnen eben jener Fachschule sind Professoren der
Anatomie, der Physiologie, der Gesundheitslehre im Mount Holyoke Seminar
und im Vassar College, während eine grosse Zahl von ihnen als
praktische Aerzte in Boston und in anderen Städten wirken. Als ganz
ausserordentliche Gehilfinnen erscheinen diese medicinisch gebildeten Frauen
den Missionsgesellschaften bei ihrem mühseligen Berufe. Die weiblichen
Aerzte, welche sich diesen Gesellschaften anschliessen, gewinnen leicht
Fuss inmitten eines fremden Volkes, das Vertrauen kommt ihnen entgegen,
und deutlicher als alle Glaubenssätze und -Lehren spricht die
thatkräftige Hilfe, welche die milde Hand des Arztes in der Stunde der
Angst und Noth zu bringen weiss. — —
Wenn wir die Bewegung überblicken, welche der weibliche Unterricht
in Amerika seit kaum mehr als einem halben Jahrhundert gemacht
hat, wenn wir die Entstehung und die Entwicklung der einzelnen Schulen
und ganzen Schulsysteme in das Auge fassen, wenn wir die kurze Spanne
Zeit überschauen, die zwischen der ersten Schreib- und Leseschule und
dem Vassar College liegt, dann müssen wir uns aufrichtig gestehen, dass
ein solcher Fortschritt unsern europäischen Kopf ein wenig schwindeln
macht. Er ist nur aus den enormen Dimensionen des Landes, aus dem
Schaffensdrang des amerikanischen Geistes, und aus den eigenthümlichen
Culturverhältnissen zu erklären.