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Full text : Frauenschulen und Frauenarbeit auf der Pariser Weltausstellung 1878

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stiegen  war;  mit  Anbeginn  des  nächsten  Schuljahres  wurden  80  Schülerinnen,
und  im  letztverflossenen  Jahre  200  aufgenommen.  Aus  dieser  einen  Schule
sind  derzeit  vier  Lehranstalten  geworden,  in  welchen  jährlich  600—700
Schülerinnen  unterrichtet  werden.
Die  Schülerinnen  sind  alle  extern;  sie  werden  nicht  unter  dem  12.
Lebensjahre  aufgenommen  und  haben  eine  Aufnahmsprüfung  aus  der
französischen  Sprache  und  der  Arithmetik  abzulegen.
Die  Schulen  des  Vereines  zählen  5  Classen;  die  ersten  beiden  Classen
sind  dem  Vorbereitungs-  und  allgemeinen  Unterrichte  gewidmet;  die  drei
letzten  begreifen  die  gewerbliche  Lehrzeit;  in  dieser  stehen  den  Schülerinnen ­
  die  Zeichenschulen  offen  und  die  Ateliers  für  Holzschneidekunst,
für  Porcellanmalerei,  für  Stores-  und  Fächermalen,  für  Blumenmachen,
Kleidermachen  und  für  Wäschenähen.
Die  Lehrstunden  für  den  wissenschaftlichen  Unterricht  sind  für  den
Vormittag  von  8—11  Uhr  anberaumt;  die  gewerblichen  Lehrcurse  füllen
die  Zeit  von  */ 2 1—7 2 6  Uhr  Nachmittags  aus.
Das  Schulgeld  beträgt  12  Frcs.  monatlich.  Dem  Geiste  der  Gründung
des  Vereines  gemäss,  bestehen  jedoch  zahlreiche  Stiftungen  zu  Gunsten  unbemittelter ­
  Schülerinnen.
In  den  meisten  der  vier  Schulen  des  Vereines  widmet  sich  die  grösste
Zahl  der  Schülerinnen  dem  Handelsfache,  so  in  der  Schule  Rue  Francs
Bourgeois,  in  welcher  100  Mädchen  die  Handelscurse,  3o  die  Ateliers  für
Zeichnen  und  Malen,  3o  den  Unterricht  im  Nähen  und  15  das  Atelier
für  Blumenmachen  frequentirten  (1877/78).
Nur  in  der  Schule  Rue  Lavale  sind  die  Schülerinnen  der  Zeichencurse
  durchschnittlich  in  überwiegender  Zahl.
Zwischen  den  vier  Schulen  der  Gesellschaft  wird  jährlich  zur  Prüfungszeit ­
  ein  Concurs  veranstaltet,  bei  welchem  die  Schülerinnen  der  höchsten
Classen  in  die  Preisbewerbung  eintreten;  gleiche  Concurrenz  findet  zu
eben  der  Zeit  unter  den  10  besten  Schülerinnen  jeder  Classe  statt.
Die  Arbeiten  der  Schülerinnen  gehören  dem  Vereine,  welcher  das
Material  beistellt.
Die  Lehrgegenstände,  das  Porcellan,  die  Fächer,  die  Schirme,  von
denen  ganz  ausgezeichnet  schöne  Exemplare  auf  der  Ausstellung  waren,
werden  gelegentlich  verkauft,  bei  Schulausstellungen,  Wohlthätigkeitsbazars
u.  s.  w.  —  Die  Schülerinnen  der  Ateliers  für  Kleidermachen  und  Wäschenähen ­
  müssen  einige  Vorkenntnisse  und  in  den  drei  ersten  Monaten  auch
die  Arbeit  vom  Hause  mitbringen.  Nach  Ablauf  dieser  Zeit  arbeiten  sie
für  den  Verein.  Das  Material,  die  Bestellungen  gehen  einzig  und  allein
durch  Vermittlung  der  Lehrerin;  sie  trägt  alle  Verantwortung  den  Kunden
gegenüber,  welche  mit  der  Schule  gar  nichts  zu  thun  haben,  gar  nicht
wissen,  dass  sie  Schülerarbeit  annehmen;  sie  darf  eben  nicht  als  solche
zu  erkennen  sein.  —  Kleider  und  Blumen  werden  so  gearbeitet  und
hinausgegeben.
            
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