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Full text : Frauenschulen und Frauenarbeit auf der Pariser Weltausstellung 1878

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Von  den  letzteren  werden  nur  Blatter  und  einzelne  Blumen  in  der
Schule  gemacht;  die  eigentliche  Fabrication  wird  in  der  Schule  erlernt,
das  Montiren  geht  in  den  Etablissements  vor  sich,  »in  welchen«,  wie  die
Leiterin  der  Schule  Rue  Francs  Bourgeois  meinte,  als  ich  sie  über  diesen
Punkt  befragte,  »bei  gemeinsamer  Arbeit  der  Geschmack  zu  grösserer
Entwicklung  und  Klärung  gelangt.«  Die  Schülerinnen  sind,  wenn  sie
die  Schule  verlassen,  eben  nur  Hilfsarbeiterinnen  dieser  Etablissements.
Die  Societe  pour  l’enseignement  professionel  des  femmes  hat  sich
am  14.  Jänner  1870  als  anonyme  Gesellschaft  mit  variablem  Capitale  constituirt.
  Die  Antheilscheine  kosten  je  5o  Frcs;  man  kann  sich  jedoch  mit
einer  Jahreseinzahlung  von  höherem  oder  geringerem  Betrage  betheiligen.
Die  gewöhnliche  Subscription  lautet  auf  25  Frcs.  jährlich.  Ein  von  der
Generalversammlung  erwählter,  aus  Frauen  bestehender  Ausschuss  verwaltet ­
  die  Gesellschaft,  ernennt  die  Professoren  und  Lehrerinnen,  und
überwacht  das  Dienstpersonale;  diesem  Ausschüsse  stehen  vorberathende
Comit^’s  zur  Seite.
Ecoles  professionelles  catholiques  pour  les  jeunes  filles  au  dessus  de
douze  ans.
Diese  Schulen  sind  klösterlichen  Ursprungs.
Die  Soeurs  des  Ecoles  chretiennes  haben  im  Jahre  1854  eine  Klosterschule ­
  für  den  weiblichen  Unterricht  gegründet,  deren  Lehrprogramm  sich
nach  und  nach  erweiterte,  und  nach  deren  Princip  im  Jahre  1873  zehn
klösterliche  und  zwölf  weltliche  Schulen  entstanden  waren.  Eine  dieser
Schulen,  die  in  den  Mauern  des  alten  Hötel  Sully  etablirt  ist  und  von
deren  Unterrichtsgang  und  Arbeiten  ich  genaue  Kenntniss  gewann,  mag
hier  als  Vertreterin  der  gleichnamigen  Lehranstalten  gelten.
Sie  wurde  im  Jahre  1870  gegründet.  Ihr  Programm  entspricht  heute
nicht  mehr  dem  Wortlaute  des  Titels,  den  sie  führt.  Die  ungleiche  Vorbildung, ­
  welche  die  Kinder  in  die  Schule  mitbrachten,  gewiss  auch  die
religiöse  Tendenz,  welche  diesen  Anstalten  fühlbar  zu  Grunde  liegt,  veranlassten,
  dass  das  zur  Aufnahme  befähigende  Lebensalter  der  Schülerinnen ­
  von  zwölf  auf  sieben  Jahre  herabgesetzt  wurde,  in  welchem  Alter
die  Mädchen  in  die  erste  Classe  des  vorbereitenden,  fünf  Jahrgänge  umfassenden ­
  Unterrichtes  aufgenommen  werden.
Der  gewerbliche  Unterricht  begreift  drei  Jahre  und  fällt  auf  die
Nachmittagsstunden.  Die  Lehrcurse  sind:  Handelsfach  und  englische  Sprache,
Zeichnen,  Porcellan-  und  Emailmalerei,  Malen  auf  Seide,  Kupferstechen,
Blumenmachen,  Kleidermachen,  Anfertigung  von  Hüten  und  aller  Arten
von  Modeartikeln  und  Wäschenähen.
Das  Programm  der  gewerblichen  Curse  variirt  in  den  verschiedenen
Schulen  je  nach  der  Bedeutung  der  Schule  und  nach  den  Bedürfnissen
des  Stadttheiles,  in  welchem  sich  letztere  befindet.
            
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