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und üppigere Rosen gesehen zu haben, als sie zu Hunderten in den Schubfächern
der Schule zu finden waren.
Um eine gute, geschickte Rosiäre heranzubilden, eine Arbeiterin, die
wahrhaft mustergiltige Rosen macht, bedarf es drei Jahre der Lehrzeit; dann
erwirbt sie 8 — io Frcs im Tage. Genügendes Auskommen findet die
Arbeiterin auch bei geringerer Fertigkeit, aber die geübten Rosieres werden
eben sehr gesucht und geschätzt. Viele der absolvirten Schülerinnen haben
ihr Atelier im Elternhause, wo die Mutter und die Geschwister die Handgriffe
der Hilfsarbeiterinnen erlernen und so die Blumenkünstlerin auf das
zweckmässigste unterstützen, deren reizende Elaborate in die angesehensten
Etablissements von Paris hinauswandern.
Um für die Arbeiten der Schule, deren Eigenthum sie sind, für die
Kleider, Wäsche, Porcellanmalereien, Fächer und Blumen regelmässigen
Absatz zu finden, wird zweimal im Jahre ein Verkauf veranstaltet, der
mit einer Ausstellung der Schularbeiten verbunden ist. Einer dieser Verkaufstermine
fällt in die Woche vor Weihnachten, in welcher die bezüglichen
Gegenstände im Gebäude des Justizministeriums ausgestellt sind, der zweite
Termin in die Woche vor Ostern, zu welcher Zeit die Ausstellung und
der Verkauf in einem der grossen Schulsäle stattfinden.
Schliesslich muss ich noch erwähnen, dass die Schule nahezu keine
Jahresferien kennt. «Die Schülerinnen bedürfen der Aufsicht, des Unterrichtes,
der Beschäftigung«, sagte die Vorsteherin, »sie kommen gerne und
wir behalten sie gerne in unserem Schutze.« Und somit wird, in dem
klösterlichen Geiste, welcher die erste dieser Lehranstalten in das Leben
rief, die Ferialzeit auf zwei Wochen beschränkt.
Die Schule wird von einer Directrice und deren Stellvertreterin geleitet
und von einem Damencomite und einem Rathe, der aus Damen und
einigen, aus der Zahl der Gründer gewählten Mitgliedern besteht, beaufsichtigt
und verwaltet. Dieser Verwaltungsrath theilt sich in vier Comite’s,
in deren Ressort die Aufnahme, der Unterricht, die Finanzen und die
Prüfungen fallen.
Ehe ich den Bericht über die gewerblichen Mädchenschulen von Paris
schliesse, deren Arbeiten in grosser Zahl Ausstellungsgegenstände von
eminenter Schönheit boten, deren Räume, mit ihrem halb hausmütterlichen,
halb weltlichen Gepräge einen eigenthümlichen Eindruck machten und deren
Zwecke, trotz verschiedengestaltiger Wege, so klar und offen vor uns
liegen, — ehe ich von diesen Schulen Abschied nehme, muss ich noch
eines scheinbar geringfügigen Umstandes Erwähnung thun.
Ich fand nämlich unter den mannigfachen Objecten, die einen Ausstellungsschrank
dieser Schulen füllten, unter den Blumen, Kleidern,
Schüsseln, Fächern, ein Schulheft, in welchem die naturhistorischen Aufgaben
von der Hand der Schülerin illustrirt erschienen. »Ordnung der
Klettervögel«, »Ordnung der Raubvögel«, u. s. w. hiess es, und zu Anfang