ZUM
GELEIT
M ehr als zehn Jahre sind vergangen, seitdem das
alte russische Imperium zertrümmert und an
seiner Stelle ein neues Staatswesen, ein neuer Staats
typus, die Russische Sozialistische Föderative Sowjet
republik und in der Folge die Union der Sozialistischen
Sowjetrepubliken geschaffen wurde.
Es waren Jahre des schwersten Ringens an den
Fronten des Bürgerkrieges, des fürchterlichsten
Hungers, der vollständigen Zerrüttung des Wirt
schaftslebens, aber auch Jahre des Wieder- und
Neuaufbaues der Wirtschaft aus den Ruinen, die
der Krieg gelassen, der rastlosen und in den
schwersten Kampftagen niemals unterbrochenen
Kulturarbeit unter den früher von jedem Kulturleben
ausgeschalteten Klassen und Völkern, eines regsamen,
durch die neue Gesellschaft und ihre Bedürfnisse
inspirierten Schaffens in Wissenschaft und Kunst.
Die gegenwärtige Ausstellung kann natürlich nicht
ein vollständiges oder auch nur nahezu vollständiges
Bild von dem Geschehen dieser historisch so be
deutungsvollen Jahre bringen. Sie kann auch kaum
alle wichtigen Ergebnisse dieser Zeit zusammenfassen.
Handelt sie doch von einem Lande, das ein Sechstel
der Erdoberfläche umfaßt und in dem etwa 140 auf
den verschiedensten Stufen der Wirtschafts- und
Kulturentwicklung stehende Völker leben, von einer
der größten Revolutionen in der Geschichte der
Menschheit. Die Veranstalter der Ausstellung mußten
sich darauf beschränken, charakteristische Erschei
nungen aus den wichtigsten Gebieten des Kultur-
und Wirtschaftslebens der Sowjetstaaten heraus
zugreifen. Hinsichtlich des Kunstschaffens der
Sowjetunion ging die Beschränkung notgedrungen
noch weiter. Die Veranstalter der Ausstellung hoffen,
diese Lücke in absehbarer Zeit durch eine besondere
Kunstausstellung zu beheben.
Wenn das gebotene von der Gesellschaft für kulturelle
Verbindung der Sowjetunion mit dem Auslande in
Moskau zusammengestellte, authentische Material