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Arbeiter ist um zirka 30 Prozent höher als 1913.
(Siehe Lohntafel). Ein allgemeiner Vergleich mit
1920/21 zeigt, welche geradezu heroische Arbeit
geleistet worden sein muß, um den gegenwärtigen
Stand zu erreichen.
Die Industrialisierung des Landes schreitet, wenn
auch zu langsam für die Bedürfnisse des Landes,
doch merkbar fort. Seit 1923/24 wurden 2602 Milli
onen Rubel in der Sowjetindustrie neu investiert.
Im laufenden Wirtschaftsjahr sollen weitere 1371 Milli
onen Rubel dazukommen. (Siehe Tafel über Kapitals
investitionen.) Aus dem Ausland werden hauptsäch
lich Maschinen und im Lande fehlende Rohstoffe
und nur eine geringe Menge von Bedarfsartikeln
eingeführt. (Siehe Tafel »Produktionsmittel und Be
darfsartikel im Import der Sowjetunion.) Die Pro
duktionsmittelerzeugung der Sowjetindustrie wächst
viel rascher als die der Bedarfsartikel. (Siehe Tafel.)
Die Elektrifizierung des Landes wird planmäßig
durchgeführt. (Siehe Tafel.) Ungeheure Neuanlagen
sind gegenwärtig im Bau, z. B. das Dnjeperkraftwerk
(das größte europäische Wasserkraftwerk) und das
ganze System ihm anzuschließender neuer Industrie
werke, die 1500 Kilometer lange Eisenbahn Turke-
stan—Sibirien, die die turkestanischen Baumwoll-
produzenten mit billigem sibirischen Getreide ver
sorgen und auf diese Weise die Rohstoffbasis der
Textilindustrie erweitern, außerdem aber auch die
großen Erzschätze der autonomen Republik Kasakstan
erschließen soll, der Don-Wolgakanal u. v, a.
Die Industrieproduktion der Sowjetunion ist eine
sozialistische. 91 Prozent der Industrieprodukte
kommen aus Staats-, 6 Prozent aus Genossenschafts
und 2 Prozent aus Privatbetrieben. Der verhältnis
mäßige Anteil der Privatindustrie verringert sich
von Jahr zu Jahr, (Siehe Tafel über die Produktion
der Staats-, Genossenschafts- und Privatindustrie.)
Dies trotzdem seit der Einleitung der neuen ökono
mischen Politik freie Konkurrenz zwischen Staats
und Privatbetrieben besteht. Beide verkaufen ihre
Produkte auf offenem Markte. Die nach produktions
technischen und wirtschaftlichen Zweckmäßigkeits
rücksichten zu Trusts zusammengefaßten Betriebe
haben den bestmöglichen wirtschaftlichen Erfolg
zu erzielen. Die Handelsoperationen gleichartiger