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Unter der Losung »Nieder mit dem Analphabetismus«,
»Jeder Schreibkundige lehre einen Analphabeten«
wurden Riesenkräfte zur »Liquidierung des An
alphabetismus« konzentriert. An die Stelle des Bil
dungsprivilegs für die früher herrschenden Klassen
setzte die Volksbildungspolitik des neuen Staates ein
j Sn w 16 ! 1 organisiertes Schulwesen, das den Kindern
der Werktätigen, aber auch schon im Berufe stehen
den Arbeitern und Bauern den Weg zur höchsten
Bildung erschloß. Bei verfassungsmäßig gesicherter
Freiheit jeder religiösen Propaganda, natürlich auch
der vom Staate geförderten antireligiösen, wurde
die absolute Trennung von Kirche und Staat durch
geführt.
Über das bisher Erreichte geben folgende Ziffern
Auskunft: Gab es im Jahre 1920 unter 1000 männ
lichen Bewohnern des europäischen Rußlands 462
und unter 1000 weiblichen gar nur 248 Schreib
kundige, so stiegen diese Ziffern bis 1927 auf 567
beziehungsweise 33 6. (Siehe Tafel.) Mit Hilfe der
1”2 Millionen Mitglieder umfassenden Organisation
zur Bekämpfung des Analphabetismus wurden in
den drei letzten Jahren und allein in der russischen
Sowjetrepublik 2'6 Millionen erwachsener Analpha
beten schreiben und lesen gelehrt. (Siehe Tafel.)
Die Schülerzahl der Elementarschulen ist seit 1913
von 72 auf 9'9 Millionen gestiegen. (Siehe Tafel.)
.. j. en entlegensten Gebieten unter den rück
ständigsten Völkerschaften wurden Schulen mit der
Sprache dieser Völker als Unterrichtssprache er
richtet. In etwa drei Jahren wird das Schulnetz
genügend groß sein, um die allgemeine Schulpflicht
durchzuführen. Die angeführten Ziffern zeigen aller
dings auch, wie viel hier noch zu tun bleibt.
Das sowjetistische Schulwesen zeigt folgende
Organisation: Die allgemeine Arbeitsschule, die im
Prinzip die Kinder bis zum 14. Lebensjahr erfaßt,
aber noch nicht allgemein so weit ausgebaut ist
mit mren Unterabteilungen, der Primarschule und
der Sekundarschule. Aus der Arbeitsschule gelangt
der Jugendliche entweder in ein Technicum (Ober
mittelschule mit weitgehender Spezialisierung und
Vorbereitung für den künftigen Beruf) oder in eine
vielen Betrieben angegliederte sogenannte Fabriks
lehranstalt. Verglichen mit der Schülerzahl der alten