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DIE
ROTE ARMEE
Tm Jahre 1917, aber auch schon während der ersten
_ russischen Revolution im Jahre 1905 entstanden
in allen Industriestädten des Russischen Reiches die
Arbeiterwehren und Roten Garden, aus denen durch
das am 23. Februar 1918 erlassene Dekret des Rates
der Volkskommissäre die Rote Arbeiter- und Bauern
armee als Freiwilligenheer gebildet wurde. Verfassung
und Gelöbnisformel der Rotarmisten bezeichnen als
Aufgabe derselben die »Verteidigung der Errungen
schaften der Oktoberrevolution« und den »Dienst
am Sozialismus«. (Siehe Tafeln.)
Die gesamte in der Roten Armee betriebene
Schulungsarbeit ist darauf angelegt, die engsten
gefühlsmäßigen Bindungen zwischen den Soldaten
und der werktätigen Bevölkerung herzustellen. Wohl
nichts kennzeichnet diese Tendenz schärfer als das
Institut der sogenannten Inhaberschaft. Inhaber
der Regimenter der Roten Armee sind nicht einzelne
hochgestellte Persönlichkeiten, sondern Belegschaften
von Betrieben, die Bauern eines bestimmten Dorfes,
eine Gewerkschaft u. s. w. (Siehe Photographien.)
Die Inhaber und ihr Regiment helfen einander bei
den verschiedensten kulturellen und politischen
Veranstaltungen, beim Bau oder Instandsetzung der
Klubs und leisten einander im Falle, daß es nottut,
auch sonstige Unterstützung,
Alle militärpolitischen Deklarationen der Sowjetregie
rung betonen den reinen Verteidigungscharakter
der Roten Armee. In dem Maße, als das Verteidi
gungsbedürfnis des Landes es zuläßt, erfolgt ein
Abbau derselben. Trotz der Einführung der allge
meinen Dienstpflicht — für Werktätige Waffendienst,
für politisch nicht voll berechtigte Bürger militäri
scher Hilfsdienst — ist die Stärke der Roten Armee
von 4'5 Millionen Mann im Jahre 1920 auf 562.000
hp letzten Jahre herabgesetzt worden, (Siehe Tafel.)
Während das Militärbudget des zaristischen Ruß
lands 1586 Millionen Rubel verschlang, waren im
letzten Jahre bloß 634 Millionen Rubel für Militär
zwecke vorgesehen.
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