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MAK

Full text : Ivan Meštrović

Nie  trieb  mich  die  Ambition,  Erster  zu  sein,  zum  Schaffen.  Ich
'wußte:  wo  kein  W  alcl  ist.  fällt  auch  ein  Bäumchen  in  die  Augen.
Einige  denken,  daß  unser  Zeitalter  der  Kunst  einen  neuen  Inhalt
.gegeben  hat.  andere  wieder,  daß  die  Zeiten  des  wahren  Schaffens
längst  vorüber  sind.  Ich  teile  weder  die  eine  noch  die  andere  Ansicht,
denn  meiner  Meinung  nach  hat  Gott  auch  nach  dem  siebenten  Tage
noch  Neues  geschaffen.
Den  bildenden  Künsten,  insbesondere  der  Bildhauerkunst,  ist  es
nicht  gegeben,  alles  so  auszudrücken,  wie  man  es  in  Worten  niederschreiben ­
  könnte,  aber  sie  ist  deshalb  manchmal  überzeugender,  da
sie  uns  das  Wesentliche  unmittelbar  aufzwingt...  Diese  Art.  seine
Gefühle  zum  Ausdruck  zu  bringen,  gehört  zweifellos  zu  den  ältesten
und  sic  ist  es,  die  uns  die  verschiedenen  Stufen  des  menschlichen
Geistes,  Fuhlens  und  Handelns  wahrheitsgetreu  überliefert.
Niemand  kann  losgelöst  von  seinem  Selbst  etwas  beginnen  oder
fortsetzen.  Sein  Ich  verleugnen  heißt  aufhören  zu  sein.  Das  gilt  für
Völker  und  auch  für  das  Individuum.  Nur  muß  das  Individuelle  mit
Hem  Allgemeinen  im  Einklang  stehen,  das  heißt,  es  muß  zu  den  wahren
Quellen  streben  und  führen,  die  ein  und  dieselben  sind.  Und  Mährend
<ler  Einzelne  mit  dem  Geiste  der  Volksgemeinschaft  im  Einklang  sein,
sie  zum  Ausdruck  bringen  soll,  hat  diese  wieder  mit  der  allmenschlichen
  Gemeinschaft  zu  harmonieren.  Jeder  beginnt  aus
sich  und  mit  dem  Seinigen,  aber  dies  „aus  sich“  und  „mit  dem
Seinigen“  ist  wieder  zunächst  an  die  engere  Familieneinheit  geknüpft,
dann  an  die  erweiterte  Volksgemeinschaft  und  zuletzt  an  das  A11-menschentum.
  In  diesem  stufenweisen  Erkennen  des  Allgemeinen
kann  es  weder  einen  Bruch  zum  Nachteil  der  individuellen  Entwicklung ­
  geben,  noch  findet  ein  Stillstand  des  individuellen  Wachstums ­
  zu  allgemeinem  Erkennen  und  Fühlen  statt.  Seine  Eigenart
zu  wahren  und  sich  zu  wehren,  bedeutet  nicht,  sich  um  seinetwillen
zu  wehren,  verteidigst  du  doch  zugleich  auch  den  Wert,  den  du  der
Gesamtheit  zubringen  willst.  Seine  Sonderart  als  oberstes  Ziel  hinzustellen, ­
  würde  einem  Selbstmord  gleichkommen,  so  wie  andererseits
der  V  erzicht  auf  sich  und  das  Seinige  letzten  Endes  nichts  anderes
hieße,  als  V  erzicht  auf  die  Möglichkeit,  in  und  für  die  Gesamtheit
einige  Werte  hinzuzufügen.  Darum  gebe  man  sein  Gefühl  für  das
            
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