Erfolgsmodell Kaffeehaussessel
Sessel Nr. 14 Chair No. 14
Entwurf Design: Gebrüder Thonet, 1859
Ausführung Execution: Gebrüder Thonet, Koritschan
Korycany, Bistritz Bystrice, Wsetin Vsetin, Ugrösz,
Radomsk, Frankenberg, um ca. 1900; Buche, massiv
gebogen, Geflecht Beech, solid bent, cane;
MAK H 2179/1969; Schenkung Bundeskammer der
gewerblichen Wirtschaft Donation Federal Chamber
of Commerce
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ent
wickelten sich Bugholzstühle zu einem ent
scheidenden Faktor bei der Möblierung halb
öffentlicher Räume: Wie zahllose Fotografien
und Postkarten aus ganz Europa und weit da
rüber hinaus dokumentieren, fanden die preis
werten und praktischen Sitzmöbel zunehmend
Eingang in die Kaffee- und Wirtshäuser, Gar
tenrestaurants, Kasernen, Kontore und Erho
lungsheime - nicht nur in Europa, sondern
auch auf den anderen Kontinenten. Ihren Sie
geszug hatten die Bugholzstühle allerdings
1851 in Wien mit der Einrichtung des Kaffee
hauses von Anna Daum am Kohlmarkt, Ecke
Wallnerstraße begonnen.' Als Inbegriff des
Kaffeehausstuhls gilt meist das Modell Nr. 14,
obwohl selbstverständlich auch andere Tho
net-Sessel verwendet wurden. Doch wie bei
spielsweise aus den Produktionszahlen der
Thonet’schen Bugholzsessel aus den Jahren
1876 und 1885 ersichtlich wird, waren für den
wirtschaftlichen Erfolg der Gebrüder Thonet
vor allem das Modell Nr. 14 verantwortlich so
wie die entsprechenden Nachfolgemodelle mit
runden Sitzrahmen. Das ab 1876 in Bistritz
hergestellte Modell Nr. 18 entwickelte sich ne
ben dem Mer zum vornehmlichen Umsatzträ
ger. Anhand der Preisangaben in der unten
stehenden Tabelle lässt sich leicht erkennen,
dass die meistverkauften Modelle von Thonet
die preisgünstigsten waren. 2
1 „[l]n Daum's Kaffeehaus auf dem Kohlmarkt haben wir das vordere
Zimmer nach der Straße ganz einzurichten.“ Brief von Michael
Thonet jr. an seinen Freund Jakob Henrich in Boppard vom
15. August 1851, zit. nach: Ulrich Löber, „Jakob Henrich,
Schreinermeister aus Boppard“, in: Ausst.-Kat. Koblenz 1996:
Thonet, Biegen oder Brechen, 35-49: 41.
2 „Gesammtabsendungen in den 30 Jahren 1857-1886“, Archiv
Thillmann/Archiv Keindl.
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Modellnummer
Sessel 1
Sessel 2
Sessel 3
Sessel 4
Sessel 5
Sessel 6
Sessel 7
Sessel 8
Sessel 9
Sessel 10
Sessel 11
Sessel 12
Sessel 13
Sessel 14
Sessel 15
Sessel 16
Sessel 17
Sessel 18
Sessel 19
Sessel 20
Gesamtzahl der Sessel
Stückzahl 1876
1.205
2.385
2.600
6.205
553
198
2.671
5.188
66
11.675
17.274
1.776
187
326.797
17.403
381
2.408
35.089
54.955
trapezförmigem Sitzring
54.772
Gesamtzahl der Sessel mit rundem Sitzring (auch 14 1 /2,
434.244
Stückzahl 1885
1.352
960
3.462
4.067
787
220
2.413
4.204
nicht mehr hergestellt
3.526
13.047
1.475
105
335.161
22.475
540
1.774
151.051
21.948
52.291
37.607
15 Vz und 18 V2 )
640.260
Preis 1885/Gulden
4.50
5.50
6.25
6.00
7.00
10.00
6.50
3.75
4.00
5.00
7.50
8.50
3.00
4.00
9.00
6.50
3.10
4.00
3.25