Für ein paar Schnörkel mehr
Der Thonet-Sessel Nr. 25 - entworfen 1875 -
wurde erstmals 1879 im frühesten bekannten
Verkaufskatalog abgebildet. Neben Nr. 26, bei
der sich die drei haarnadelförmigen Rück
lehneinsätze lediglich berühren und nicht
überkreuzen, war Nr, 25 sicherlich eines der
attraktivsten Modelle der Gebrüder Thonet aus
dieser Zeit. In den Verkaufskatalogen ver
schiedener Hersteller werden unter der glei
chen oder verschiedenen Modellnummern
identische Kopien des Thonet-Modells ange-
boten. 1 Die Variante, die wir hier dem Thonet’-
schen Vorbild gegenüberstellen, stammt von
der Firma Farsky & Jaworek aus Tesfn /Teschen
und wurde zwischen 1875 und 1879 gefer
tigt. 2 Der Vorliebe des Historismus für ver
schnörkelte Formen entsprechend, wollte
die Firma das Thonet-Modell offenbar noch
verbessern oder übertreffen und ließ die mitt
lere Haarnadel in zwei Voluten auslaufen.
1 Bei Fischei behält er die Modell-Nummer 25 (Fischei Katalog von
1890; Archiv Wolfgang Thillmann), bei Ungvär erhält er die
Nummer 37; vgl. Graham Dry, Nachdruck des Katalogs der
Ungvärer Möbelfabriks-Aktien-Gesellschaft von 1900, München
1983, 10.
2 Yvan Snauwaert sei für diese Information herzlich gedankt.
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Sessel Nr. 25 Chair No. 25
Entwurf Design: Gebrüder Thonet, 1875
Ausführung Execution: Gebrüder Thonet, Bistritz Bystrice, um ca. 1890; Buche, massiv gebogen,
Geflecht Beech, solid bent, cane; MAK H 2185/1969; Schenkung Bundeskammer der gewerblichen
Wirtschaft Donation Federal Chamber of Commerce
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