Re-Design
Der Begriff Re-Design bezeichnet die Um- und
Neugestaltung existierender Designgegen
stände und wird vor allem mit dem Architek
ten und Designer Alessandro Mendini verbun
den, der in den späten 1970er Jahren durch
das Hinzufügen von Farben, Mustern und For
men ein Re-Design von Möbel-Klassikern vor
genommen hatte - darunter neben Marcel
Breuers Stahlrohrmöbel „Wassily“ und Giö
Pontis Stuhl „Superleggera“ auch das Thonet-
Modell Nr. 14. 1 Nur kurze Zeit später überar
beitete auch der Künstler Bruno Gironcoli ei
nen Bugholzstuhl zu einem Re-Design: Den
um 1890 entstandenen Bugholzsessel Nr. 41
der Firma D. G. Fischei Söhne versah er Mitte
der 1980er Jahre mit einem plastischen Auf
satz aus Messing, der als Sitzfläche mit Arm
lehnen dient und einer eisernen Aussteifung
der Beine. In einem ähnlichen Gestus entwi
ckelte die österreichische Designergruppe
March Gut ein sogenanntes Add-on, durch das
sich ein Vorgefundener klassischer Thonet-
Stuhl mit einem praktischen Re-Design ver
sehen lässt. Das 2013 entwickelte Add-on
besteht aus einem schwarz, gelb oder weiß
lackierten Stahlrohrbügel, der sich an der
Rückenlehne aufhängen und unter der Sitz
fläche einspannen lässt - und den Stuhl auf
diese Weise mit Armlehnen versieht. Die cha
rakteristischen Biegeradien des Stahlrohrs
kontrastieren dabei mit den geschwungenen
Formen des Bugholzmöbels, können aber einer
ganzen Gruppe unterschiedlicher Stühle auch
ein einheitliches Erscheinungsbild verleihen.
1 Vgl. auch Daniel Klapsing, Forschung durch Redesign, Tübingen/
Berlin 2017.
n
„Sessel mit Armlehnen“ (Re-Design von Fischel-Sessel Nr. 41)
“Chair with armrests" (Redesign of Fischei Chair No. 41)
Entwurf und Ausführung Design and execution: Bruno Gironcoli, Wien Vienna, 1984
Sessel Nr. 41 Chair No. 41 von from D. G. Fischei Söhne, Niemes Mimon, um ca. 1900;
Buche, massiv gebogen, Eisen, Messing Beech, solid bent, iron, brass; MAK H 3287/1997
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