Neue Impulse
Im Bemühen, den Anschluss an aktuelle Ent
wicklungen im Design zu gewährleisten, hat
das deutsche Thonet-Unternehmen auch im
21. Jahrhundert immer wieder die Zusam
menarbeit mit international renommierten oder
aufstrebenden Designern und Architektinnen
gesucht, darunter etwa James Irvine, Piero
Lissoni, Naoto Fukasawa, Konstantin Grcic,
Stefan Diez oder Robert Stadler. In den letzten
Jahren haben auch das tschechische Unter
nehmen TON und die inzwischen in Italien an
gesiedelten Gebrüder Thonet Vienna versucht
ihre Produktlinien auf diese Weise mit neuen
Bugholzmöbeln zu aktualisieren - bei TON
etwa mit Lucie Koldovä, Eugenia Minerva,
Jaroslav Jurica oder Thomas Feichtner; bei den
GTV unter anderem mit Michele de Lucchi,
Nigel Coates, Michael Anastassiades, Chiara
Andreatti oder der Designerinnengruppe Front.
Dabei lassen sich verschiedene Strategien be
obachten, zu denen etwa - wie kaum anders
zu erwarten - ein zitathafter Umgang mit den
sogenannten Klassikern gehört, bei dem durch
Sampling bzw. die Re-Kombination bereits
vorhandener Bauteile neue Modelle kreiert wer
den. Der Versuch, zu grundlegend neuen For
men zu gelangen, führt dagegen meist zu einer
geradezu manieristischen Überzeichnung der
charakteristischen Bugholzschwünge. Am an
deren Ende der Designskala steht die radikale
Reduzierung der Formen, bei der die Produkte
dann häufig auch ohne gebogene Elemente
auskommen. Nur selten basieren diese Versu
che indes auf funktionellen Neuerungen oder
technologischem Fortschritt.
Sessel Chair „Radetzky“
Entwurf Design: Michele De Lucchi, Italien Italy, 2015
Ausführung Execution: Gebrüder Thonet Vienna -
Wiener Design, Turin, 2019; Buche, massiv und
gebogen, Sperrholz Beech, solid and bent, plywood;
MAK H 4002/2019; Schenkung Donation Gebrüder
Thonet Vienna - Wiener Design
„TRAM Chair“
Entwurf Design: Thomas Feichtner, Wien Vienna, 2012
Ausführung Execution: TON, Bistritz Bystfice, 2012;
Buche, massiv gebogen, Sperrholz Beech, solid
bent, plywood; MAK H 3904/2015; Schenkung
Donation Thomas Feichtner