Die Vorstellung, dass schlichte Möbel auch billig zu sein haben, erwies
sich indes als irrige Annahme: Die relativ hohen Preise der Stahlrohrmöbel
wurden vor allem durch drei Faktoren verursacht: produziert werden konn
te nur in Kleinserien, die Oberflächenbehandlung war aufwendig und bei
den bekanntesten Modellen fielen schließlich Urheberechte an. Erst die
Großserienproduktion in den Betrieben von Thonet Anfang der 1930er
Jahre führte zu marktfähigen Preisen, auch wenn dies nicht bedeutete,
dass diese Möbel deshalb schon für alle erschwinglich geworden wären.
Dennoch erscheinen sie charakteristisch für die damalige Zeit und viele
modern eingerichtete Kultur- und Wirtschaftsbauten - etwa die Waren
häuser der seinerzeit weltbekannten tschechischen Schuhfirma Bat’a -
kann man sich kaum ohne ihre Möblierung mit Stahlrohrmöbeln vorstellen.
So haben sich die Stahlrohrmöbel tief in das kulturelle Gedächtnis als
Kennzeichen der späten 1920er und frühen 1930er Jahre eingeschrieben.
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Verschiedene Stahlrohrmöbel-Modelle der Gebrüder Thonet aus den frühen 1930er Jahren;
aus: Profil I/5, Mai 1933, 17 Various tubulär Steel fumiture models from Gebrüder Thonet
from the early 1930s; In: Profil I/5, May 1933, 17
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