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Full text: Bugholz, vielschichtig : Thonet und das moderne Möbeldesign

ternehmen, auf den Namen „Thonet“ zu verzichten, weshalb es seit 1953 
als TON - Tovarny Ohybaneho Nabytku, d. i. Fabriken für Bugholzmö 
bel - registriert ist. 
Mehrmals gab es Veränderungen der Besitzverhältnisse. Der Vertrieb im 
Export lief zunächst über die Außenhandelsgesellschaft Ligna in Prag, 
ab 1969 über Drevouia in Bratislava. Seit 1994 ist TON eine Aktienge 
sellschaft und verkauft ihre Produkte im In- und Ausland direkt. Nach der 
Privatisierung konnten große Qualitätsverbesserungen auf dem Gebiet 
der Holztrocknung und besonders bei den Oberflächen erreicht werden. 
Daneben wurden auch zusätzlich das Biegen und Trocknen mit Hoch 
frequenztechnik eingeführt. Einige historische Bugholzmöbel sind heute 
noch im Programm, mit den Modellnummern 14, 18, 6003, 6009, A 811, 
Kleiderständer etc. Das Sortiment enthält jedoch auch viele zeitgemäße 
Neuentwicklungen in Bugholz, Schichtholz und Massivholz. Der Anteil 
des Bugholzes in der Fertigung soll heute noch um die 40 Prozent be 
tragen. Bemerkenswert ist, dass es so gut wie keine Stühle mit Stahl 
teilen gibt. TON beschränkt sich auf eine reine Holzfertigung, die Produkte 
haben aber durchaus internationales Niveau. 
Das heute in Polen liegende Werk Nowo-Radomsk, 1880 aus handels 
politischen Gründen errichtet, wurde nach dem Kriegsende, ebenso wie 
die umfangreichen Forstbetriebe im ehemaligen Galizien, verstaatlicht. 
Heute ist das Unternehmen mit dem Namen FAMEG eine Aktiengesell 
schaft, größenmäßig mit rund 800 Mitarbeitern mit Bistritz vergleichbar. 
In den letzten Jahrzehnten wurde umfangreich investiert. Es werden wei 
terhin Bugholzstühle der klassischen Serie gefertigt - Modelle Nr. 14. 
18, 6003, A 811, A 751, Schaukelstühle und Kleiderständer etc. - und 
auch viele Holzstühle mit gebogenen Teilen. FAMEG ist regelmäßig auf 
den internationalen Möbelmessen in Köln und Mailand als Aussteller ver 
treten. 
Ab 1868, nach der „freiwillig erzwungenen Rückgabe“ des Thonet’schen 
Massivholzpatents, war es zu vielen Gründungen konkurrierender Firmen 
gekommen. In den 1920er Jahren waren die meisten von ihnen in der 
Holdinggesellschaft der Mundus AG vereint. Von diesen einst so zahl 
reichen, kleineren Mitbewerbern haben sich bis heute ganz wenige noch 
erhalten, sie biegen fast nur zweidimensional und fungieren meist als Zu 
lieferbetriebe für die großen Hersteller. 
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