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Full text: Winter-Sport (Schneeschuh und Rennwolf)

GEBRÜDER THONET 
■Winter-Sport. 
(Schneeschuh und Rennwolf.) 
Schneeschuhe (Ski). 
Selten noch hat die Sportswelt ein so dankbares 
Object ergriffen, wie den Schneeschuh. In der Ebene wie 
im Hügelland, ja selbst im Hochgebirge verwendbar, bietet 
das Laufen mit Schneeschuhen ein Vergnügen, das sehr 
leicht zu erlernen, völlig gefahrlos, jedem Alter zugänglich 
und insbesondere deshalb empfehlenswerth ist, weil es 
Gegenden, die sonst gänzlich unerreichbar sind, dem Ver 
kehre erschliesst, infolge der gebotenen Natureindrücke 
das Gemüth anregt, den Körper ohne einseitige Ueber- 
anstrengung einzelner Partien 
desselben kräftigt und zweifels 
ohne die Mission erfüllt, das 
grosse Publicum auf die Wich- 
tigkeit eines Communications- 
mittels aufmerksam zu machen, 
das einst im Verkehrsleben eine 
grosse Rolle zu spielen be 
rufen ist. 
Wie leicht und instrapaziös das Schneeschuhlaufen ist, erhellt daraus, dass 
in Gegenden, wo das Skilaufen eingebürgert ist, selbst Damen, ja Kinder von 6 Jahien 
an sich an Excursionen von relativ bedeutender Ausdehnung betheiligen, ohne 
wesentlich zu ermüden oder irgend welchen Schaden zu nehmen. 
Um das Laufen zu erlernen, wähle man vor Allem Schneeschuhe in jener Länge, 
welche gestattet, dass man mit nach aufwärts gestreckter Hand die Spitze des senkrecht 
auf den Boden gestellten Schneeschuhes ergreifen kann. Die Befestigung an den Füssen ^ 
geschieht in der Weise, dass man (siehe nebenstehende Skizzen) den Fuss fest in ^ 
den Zehenriemen a einschiebt; hierauf wird der Fersenriemen b, dessen Enden 5 
mittelst der Flügelschraube c fixirbar sind, derart um den Fuss längs der Sohle 
und über die Ferse gelegt, dass er fest anschliesst. Endlich wird der Ristriemen d 
über dem Rist des P'usses festgeschnallt. Der Zehenriemen muss weit vorne an der 
Fussspitze sitzen (und ja nicht über dem Mittelfuss), um die Biegsamkeit des Fusses 
nicht zu beeinträchtigen und den Fuss beim Stürzen nicht zu gefährden. Wenn 
auch zwischen Beschuhung und Riemzeug keinerlei Spielraum existiren darf, so muss 
dennoch letzteres so geschnallt sein, dass es dem Läufer gestatte, mit angezogenem 
Schneeschuhe sich auf ein Knie niederzulassen. 
Der Beginn der Uebnngen geschieht am besten auf flachem Felde, oder 
aber auf einer leicht geneigten Fläche mit ebenem Auslaufe. Der Anfänger vermeide 
ausgefahrene Strassen und wähle Aecker oder Wiesen mit noch intacter, ebener Schneeflache; bei Thauwetter 
beginne man mit den Uebungen lieber nicht. Die Hauptregel ist, dass die Schneeschuhe nie vom Boden 
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