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Aus der Aöinerzeit.
Entsprechend der Gliederung des Landes haben wir drei römische Straßenzüge zu
unterscheiden: die Donau Userstraße, die Binnenstraße und die Straße zu den Alpenpässen.
Die Dvnaustraße övm Inn bis zur Enns zog sich mit steter Berücksichtigung des Terrains
und daher vom heutigen Straßenznge mehrfach abweichend von der Innstadt Passau am
Flußufer bis Mühlbach, erstieg hier die Höhe der Donauleiten und erreichte über Eber
hardszell erst bei Kasten wieder den Strom, dessen Ufer sie bis Engelhartszell folgte, wo
nach verschiedenen Funden ein kleines Eastell stand; nun lies die Straße am llscr bis
Engelszell und wieder die Höhe erklimmend über Steinödt bei St. Ägyd, umging in
weitem Bogen die tiefe Schlucht des Kessclbaches und gelangte über Avallern und -Ltraß
ans dem Kamme der Donauleite nach Schlögen, wo an strategisch wichtiger Stelle das
Castell Joviacum stand; von diesem ging der Straßenzng an der Ruine Stauf vorüber
gegen Pfaffing bei Hartkirchen und nach Aschach, wo ein kleines Castell zur Bewachung des
durch die Mühel vermittelten Zuganges ins nördliche Land stand. Der rechten Seite des
Aschachbaches folgend kam die Straße nach Eferding, wahrscheinlich das Marinianum der
Pcutingerischen Tafel, und wieder von der Donau sich entfernend über Straß und Alkoven
nach Straßham und im Süden des Kürnberges über Rusfling zum Castell Lentia (Linz),
welches den Haselgraben, die Donau-Auen und das Traunthal beherrschte, über Klein
münchen, Ebelsberg nach Lauriacum (Enns). Von Alkoven zweigt sich eine Straße ab,
welche, über Anberg und Oftering ziehend, die Traun bei Haid in der Nahe von Ansfelden
übersetzte, deren rechtes User bis Ebelsberg verfolgte und hier in die Hauptstraße
einmündete; noch im Mittelalter bewegte sich auf dieser kürzeren Straße der Hauptverkehr.
Die zweite Hauptstraße Noricums war die von Enns über Ovilava (Wels) nach
Salzburg (Jnvavum) führende. Von Lauriaeum bis zum Traunübergange fällt sie mit der
Uferstraße zusammen. Hier zweigte sie sich ab und führte am rechten Traunufer über
Schleißheim nach Ovilava, dem bedeutendsten Orte des uferländischen Noricum. Von Wels
zog die Straße über Schwanenstadt (Tergolape), Frankenmarkt (Laciacnm) und Nenmarkt
(Tarnantone) nach Salzburg. Ihr Zug ist in der Peutingerischen Tafel angegeben und
Funde wie Namen längs der angedeuteten Strecke lassen über den Straßenzng keinen
Zweifel. Bei Wels findet sich ein „Straß"; in Lambach ein römischer Denkstein; in Aich-
kirchen bei Winsbach wurden kleinere Funde gemacht; ein Meilenstein von Kaiser Septimius
Severus wurde in Thalham, ein anderer in Mösendorf gefunden; der Name des Schlosses
Walchen zwischen Vöcklamarkt und Frankenmarkt und der Name Straßwalchen sind
sprechende Zeugnisse für den Zug der Straße.