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Gegen Tassilos Verbündete, das ungesittete Volk der Avaren, zog Kaiser Karl der
Große selbst zu Felde; bei Lorch schlug er sein Lager; nach dreitägigen Bußübungen
überschritten die Franken die Enns 791. In wenigen Jahren schwand die Macht der
Avaren dahin, aus erobertem Gebiete wurde die Ostmark gebildet, Baiern verwuchs mit
dem Frankenreiche.
Das Land gliedert sich in Gaue und Hundertschaften. Grafen verwalten die Gaue,
hegen die ungebotenen Gerichte, führen den Heerbann; Königsboten halten Sendgericht
und berufen das Volk. Der
Traungau, vom Hansrnck im
Westen, von der Enns und dem
Hochsensengebirge im Osten, von
der Donau im Norden, vom
Dachstein im Süden begrenzt,
war das sichere Hinterland der
östlichen Grenzmark. In Lorch,
dem Weiler mit der Kirche des
heiligen Laurenz waltet Graf
Werinhar und in Raffelstätten
ordnen Sendboten die Zollsätze
für den Verkehr von Passau bis
an Groß - Mährens Markung.
Bis an die Sallet erstreckte sich
der Rotgau, vom Inn bis an
den Schafberg zog sich der
Mattiggan hin und „Attergan"
hieß das Gelände des Attersees.
Im Norden der Donau griff der
Sweinachgau herab bis zur Mündung der Rotel; die aus grünem Walde allmälig heraustretende
Riedmark ist schon ostmürkischer Boden. Ranshofen, Mattighofen, Ostermiething
und Attersee werden uns als königliche Pfalzen genannt.
Reiche Vergabungen an weltliche Große und Kirchen, zumal an die Hochstiste Passau,
Freising und Regensbnrg, begünstigten den frischen Nachschub bajuvarischen Elementes;
die deutsche Colonisation dringt in die Wälder und durchbricht die Slavenbestände in den
Bergen. Stoch ist das Land nur mit Einzelnhöfen besiedelt, Wald und Weide sind allen
Markgenossen gemeinsam. Geschlossene Ortschaften sind eine Seltenheit und Orte mit
städtischem Charakter erst im späteren Mittelalter entstanden. Selbst Enns und Wels