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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Oberösterreich und Salzburg

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stehen  nicht  auf  den  Stätten  der  römischen  Mnnieipien  Lauriacnm  und  Ovilava,  auch  sie
sind  gleich  Linz,  dessen  Schloß  die  Bajuvaren  gegen  die  feindlichen  Slaven  des  Nordufers
erbauten,  ursprünglich  offene  Weiler  oder  Niederlassungen  um  Burgen  gewesen.  Wurden
die  Häuser  mit  Mauer  und  Graben  umgeben,  so  galten  sie  nach  mittelalterlichem  Sprachgebrauchs ­
  als  Städte,  aber  erst  die  Verleihung  von  Marktrechten  und  die  Befreiung  von
der  Gewalt  des  öffentlichen  Richters  erhob  den  Flecken  im  rechtlichen  Sinne  zur  Stadt.
Den  großen  Verkehr  zwischen  Osten  und  Westen  vermittelten  des  Reiches  Straße
von  Regensburg  und  Passau  herein  und  die  Wasserader  der  Donau.  Auf  jener  zogen  die
Heere,  rollten  die  Lastwagen.  Auf  Saumpfaden  brachten  durch  den  dichten  Nordwald
slavische  und  jüdische  Kaufleute  Sclaven,  Rosse  und  Wachs  herbei.  An  der  Donau  lagen
die  Marktplätze  im  verschollenen  Rosdorf,  in  Linz,  an  der  Mündung  der  Rotel  und  an
den  Ufern  der  Riedmark.  Das  Salz  aus  dem  Jschllande  trug  die  Traun  in  das  östliche
Grenzland.  Die  Weinrebe  grünte  im  Donauthale  und  in  den  Bergen,  von  der  Blüte  der
Bienenzucht  geben  noch  heute  Ortsnamen  Kunde.
Handwerk  und  Gewerbe  lagen  im  Banne  des  Hofrechtes;  künstlerische  Thätigkeit  war
dem  Zeitalter  nicht  fremd,  aber  meist  nur  der  Geistlichkeit  eigen.  Das  älteste  Kunstwerk
baierischen  Stammes,  einen  Becher  in  Kupfer  getrieben,  bewahrt  als  theure  Erinnerung
an  Herzog  Tassilo  das  Kloster  Kremsmünster.
Das  geistige  Leben  geht  in  diesem  Zeiträume  von  der  Kirche  allein  aus,  in  den
Klosterschulen  wird  das  Flämmchen  genährt/  In  der  Stille  der  klösterlichen  Schreibstube
ward  das  prächtige  Evangeliarium  von  Kremsmünster  gefertigt,  das  unter  dem  Namen
des  Ooäex  raiilenarins  als  eines  der  schönsten  graphischen  Denkmäler  des  Mittelalters ­
  bekannt  ist.
Das  X.  Jahrhundert  traf  das  großmährische  Reich  im  Todeskampfe;  ein  neuer
gefährlicherer  Feind  bestürmte  das  Grenzland  des  ostfränkischen  Reiches.  Schon  im
Sommer  900  drangen  Reitergeschwader  der  Ungarn  plündernd  in  den  Traungau  ein;  zur
Abwehr  erstand  aus  den  Überresten  des  Römerlagers  die  Ennsburg.  Schon  nach  sieben
Jahren  ging  die  Ostmark  verloren,  die  Grenze  des  Reiches  und  Baierns  wich  wieder  bis  an
die  Enns  zurück.  Der  Traungau  wurde  zum  Einfallsthore  der  Ungarn,  ihren  Siegeslauf
vermochten  vereinzelte  Schlappen  am  Inn  und  bei  Wels  nicht  auf  die  Dauer  zu  hemmen.
Die  Culturstätten  St.  Florian  und  Kremsmünster  sanken  in  Asche.  Erst  die  Schlacht  am
Lech  (955)  hatte  die  Wiederherstellung  der  Ostmark  im  Gefolge;  im  Haselgraben  berührten
sich  wieder  baierischer  und  märkischer  Boden.
Mit  der  Wiederkehr  des  Friedens  nimmt  die  Culturarbeit  ihren  nunmehr  ungehinderten ­
  Fortgang;  St.  Florian  erhebt  sich  aus  den  Trümmern  und  zum  zweiten  Male
ziehen  Altaicher  Mönche  ein  in  das  verwüstete  Münster  an  der  Krems;  Gotteshäuser  und
            
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