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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Oberösterreich und Salzburg

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Königs Premysl Ottokar, welcher über Freistadt und Enns nach Wien vordrang und selbst 
Graz gewann. Uni die Steiermark aber fand er einen Mitbewerber an König Bela IV. 
von Ungarn; nach verheerenden Kämpfen gebot Papst JnnocenzIV. den streitenden Mächten 
Einhalt. Im Frieden von Ofen (1254) überließ König Ottokar das Steyrland dem 
ungarischen König, wogegen dieser den Theil nördlich vom Semering und dem bis nach 
Baiern sich hinziehenden Gebirge aufgab. Das abgerissene Glied des Steyrlandes vom 
Pyhrn bis zur Donau blieb unter der Verwaltung des steyrischen Landschreibers Witigo, 
bis derselbe ein gewaltsames Ende fand. Über 
den District wurde nun Woko von Rosenberg 
als Machthaber bestellt, Linz wurde Haupt 
stadt (1256). 
Der Sieg bei Kroißenbrunn hatte die 
Wiederabtretung des Steyrlandes an den 
König von Böhmen zur Folge (1260). Das 
Gebiet zwischen Hausruck und Enns schuf nun 
König Ottokar zur selbständigen Provinz, 
vergrößert durch den Landstrich im Norden 
der Donau bis zur großen Mühel hinauf; 
ein oberer Landrichter oder Hauptmann ver 
waltete fortan das Land. Hundertsechzig 
Quadratmeilen faßte die neue Provinz, zwei- 
huudertachtzehn zählt sie am heutigen Tage. 
„Oberösterreich" nannte Ottokar das durch 
seine fürstliche Willkür entstandene Land; „ob 
der Enns" lautete es im Munde des Volkes. 
Vom Erz- und Riesengebirge bis an die Adria 
erstreckte sich das Staatswesen, das König Ottokar mit kühner Hand aufgerichtet; aber nicht 
den Premysliden, sondern den Habsburgern war es bestimmt, ein Ostreich zu gründen. 
In raschem Zuge gewann Rudolf von Habsburg Oberösterreich; im Lager vor 
Wien beugte sich Ottokar vor dem Reichsoberhaupte und lieferte ihm die deutschen Reichs 
länder aus. Das Land ob der Enns empfing Herzog Heinrich XIII. von Niederbaiern als 
Pfand; tadelnswerther Umtriebe bei Wiederaufnahme des Kampfes gegen Ottokar über 
wiesen, erhielt er die Verzeihung des Königs nur gegen Herausgabe des Landes. 
Mit Zustimmung der Reichsfürsten belehnte der König auf dem Reichstage zu 
Augsburg seine Söhne Albrecht und Rudolf mit den österreichischen Ländern; ans die 
Münze zu Enns hat die erste Urkunde Herzog Albrechts vom 24. December 1282 Bezug. 
Ältestes Stadtsiegel von Linz ans dein Jahre 1275.
	        
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