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Schädel- und Gesichtsform. So wenig wir im Stande sind, in der Körpergröße
oder in der Farbe der Haare, der Augen und der Haut unserer einheimischen Bevölkerung
einen durchgreifenden einheitlichen Racencharakter nachznweisen, so wenig gelingt es auch,
in der Schädel- und Gesichtsbildung durchwegs übereinstimmende Merkmale aufzufinden.
Immerhin begegnen wir aber auch hier gewissen Formen häufiger als anderen, und wenn
wir auch nicht berechtigt sind, diese geradezu als Racenformen im strengen anatomischen
Sinne zu bezeichnen, so dürfen wir sie doch wieder als „typische" den anderen weniger
häufigen gegenüberstellen. Freilich gibt es auch Bezirke oder Gegenden, in denen sich eine
viel größere Übereinstimmung zu erkennen
gibt. Es ist dies vor Allem in abgeschlossenen
Gebirgsthälern der Fall, wo die Bevölkerung
durch lange Zeit vor fremden Beimischungen
mehr oder weniger verschont blieb; hier
treten uns viel weniger sogenannte Misch
formen entgegen als auf dem stachen Lande.
So treffen wir beispielsweise im Dorfe Alm
bei Saalfelden eine überraschende Einförmig
keit in den Schädeln des dortigen Ossuariums,
und wenn wir die wenigen krankhaft ver
bildeten, pathologischen Formen ansscheiden,
sind wir ohne Mühe im Stande, bestimmte
wohl charakterisirte Typen zu erkennen; ja
die meisten dieser Schädel sehen einander so
außerordentlich ähnlich, daß es den Eindruck
macht, als hätten ihre Träger einer und derselben Familie angehört. Es hat sich, um gleich
das Hauptresultat anzuführen, aus allen bisherigen Untersuchungen mit großer Überein
stimmung ergeben, daß es vorwiegend drei Schädelformen sind, die in großer Reinheit
auftreten und gegen deren Zahl die unreinen oder Mischformen ganz im Hintergrund stehen.
Diese drei Formen werden als hyperbrachykephale (Länge zur Breite --- 100:85
und darüber), brachykephale (Länge zur Breite — 100:80 bis 85) und mesokephale
(Länge zur Breite --- 100 : 75 1 bis 79'9) Schädelformen bezeichnet.
Bon den erwähnten Schädelformen nun ist die brachykephale sowohl in Ober
österreich als in Salzburg am häufigsten vertreten, so zwar, daß fast regelmäßig mehr als
die Hälfte der in einem Ossuarium vorhandenen normalen Schädel dem brachykephale»
Typus angehört. Bon den anderen Formen besitzt bald die hyperbrachykephale, bald
die mesokephale eine weitere Verbreitung. So viel man aus den bisherigen Messungen
Oberösterreicher aus dem Jnnviertel.