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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Oberösterreich und Salzburg

' Großes Stück Leinwand, um Wagen und dergleichen zu verhüllen. 
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auf den Platz. An der Spitze fährt ein Wagen mit „Schellenten", welche harlekinmäßig 
angezogen sich eines Brettchens, das mit einer Saite bespannt ist, einer Bratpfanne u. s.w. 
als musikalischer Instrumente mit herzzerreißendem Erfolge bedienen. Ihm folgt ein Wagen 
mit Wäscherinnen, welche nasse Tücher über die Umstehenden ausschwingen, oder ein 
dritter mit Dreschern, welche mit Stroh-Flegeln nach den Zuschauern schlagen u. s. w. 
Den Schluß macht ein Wagen oder Schlitten, je nach Umständen, mit einem Strohmann, 
dem Fasching. Die Wagen stellen sich auf dem Platze im Kreise ans, der mit dem 
„Fasching" aber in der Mitte. Der „Fasching" wird vom Fahrzeuge heruntergerissen, 
auf dem Boden hin- und hergezerrt, vom Leben zum Tode gebracht, z. B. erschossen und 
eingegraben. An einigen Orten gräbt man ihn am Aschermittwoch wieder aus, schleppt 
ihn unter Geheul und Gewinsel herum, verscharrt ihn aber dann neuerdings, und zwar in 
einem — Düngerhaufen. 
Einen ganz eigenthümlichen Brauch, den Fasching zu begraben, hat man in Steyregg. 
Zwei Männer gehen unter einer hoch empor gehaltenen Plahe^, ans der ein Ziegenkopf 
hervorragt, einher — es ist die „Habergeiß"; ein dritter führt das Ungethüm. Auf mehreren 
Wagen kommen allerlei possenhafte Gestalten, welche sich vermummt und durch gewaltige 
Kröpfe, Höcker und dergleichen verunstaltet haben. In einem mit Tannenreisig besteckten 
Wagen ist ein Strohmann mit einem Dreispitz auf dem Kopfe — der „Fasching". So geht 
der Zug zur Donau. Dort wird der Fasching-Strohmann unter allgemeinem Geschrei und 
Geheul in den Strom geworfen. 
Mahnen schon manche Faschingsspiele und Faschingsfeste an den Sieg des nen 
erwachenden Frühlings und an das Hinsterben des Winters, so knüpfen sich ähnliche 
Vorstellungen an den Namen und an die Bräuche, Spiele und Festlichkeiten von Ostern. 
Auch Oberösterreich hat seine Palmbäume, seine Ratscherbuben, seine Antlaß- und 
Ostereier. Kinder und junge Leute üben das Eier-Pecken und das Eischeiben. Auch hier 
hält man das Ostermahl, bei welchem der Tisch mit jungsprossender Saat und den ersten 
- Frühlingsblumen geschmückt ist; es hat sein „Emaus-Gehen" und seinen Ahnl-Sonntag. 
Diese Frühlingsbräuche dehnen sich um den St. Georgstag (24. April) aus, 
ja sie concentriren sich durch allerlei mystische Züge so recht eigentlich um diesen Tag, der 
dadurch recht deutlich als der altheidnische Ostertag hervortritt. Mit den ersten Mai 
tagen, an welchen der Maibaum gesetzt wird, gehen diese Frühlingsbräuche zu Ende. 
Einiges in denselben sticht jedoch in eigenthümlicher Weise hervor, so hat z. B. das >;nn- 
viertel eine besondere Art von Palmbäumen. Dazu nimmt man junge Fichtenbäumchen 
von schlankem Wüchse, fünf bis sechs Meter hoch. Hat man ein taugliches Bäumchen
	        
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