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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Oberösterreich und Salzburg

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Auch  das  eigentliche  mehrstrophige  Lied,  das  sich  aus  Vierzeiligen  zusammensetzt,
ist  nicht  selten:
In  Wald  bin  i  ganga  A  Diernderl  iv  gwesen

Han's  gehn  vergessen,
Und  da  is  a  schens  Diernderl
In  Baam  ob'n  gsessen.
Ast  i  ruck  i  mein  Hueterl,
Geh  schen  gleined  2  für,
Und  aft  steigt  das  scheu  Diernderl,
Glei  aba  zu  mir.

So  scheu  und  so  mild,
Und  i  d'Kira  hätt's  taugt,
Waar  a  wunderschens  Bild.
Und  wann  ma's  i  d'Kira
Thaat  auffi  macha,
Und  wia  wurd's  halt  auf  d'Buama
Scheu  abalacha.

So  einfach  und  anspruchslos  die  Mache  dieser  Liedchen  ist,  so  ungelenk  Vers  und
Renn  dem  feingebildeten  Ohr  erscheinen  mögen,  so  sind  ihnen  doch  Vorzüge  eigen,  die
manchen  Producten  der  Knnstdichtung  abgehen.  Zu  diesen  Vorzügen  zählt  die  Neigung
zum  bildlichen  Ausdruck  und  die  Gewandtheit  in  der  Handhabung  desselben.
Gewöhnlich  ist  das  Naturbild,  das  an  die  Spitze  des  Liedes  tritt,  weniger  «chmuck
als  Bedürfniß,  es  ist  vielmehr  ein  unentbehrlicher  Halt,  an  den  sich  der  nachfolgende
Gedanke  anlehnt.  Oft  ist  ein  bestimmter  Zusammenhang  des  Bildes  mit  dem  Gegenstände
gar  nicht  ersichtlich.

Der  Traunstoan  is  gspitzat,
Ban  Boden  is  er  rund,
Und  wo  fand  denn  di  aufrichtig'n
Dierndel  hiatznnd?

A  Schneeberl  hats  gschnieb'n
Alle  Bergerl  fand  weiß,
Und  i  woaß  ma  schon  Wider
A  Diernderl  a  neus.

Öfter  steht  zwar  der  Gedanke  im  Zusammenhang  mit  dem  Naturbild,  doch  ist  die
Beziehung  sprachlich  nicht  angedeutet,  so  daß  das  Auffinden  derselben  zum  anmuthigen
Räthselspiel  wird.

Zwoa  Fischerl  in  Wasser,
Zwoa  Haaserl  in  Klee,
Und  da  lacht  halt  mein  Diernderl,
Wann  i  daher  geh.

Zwoa  schneeweiße  Täuberl
Die  flieg'n  übers  Haus,
Und  s'  Diernderl,  das  ma  b'schasfen  is.
Bleibt  ma  nöt  ans.

Manchmal  verkehrt  die  Laune  des  Sängers  die  Ordnung  und  stellt  das  Bild  an
die  zweite  Stelle:

s'  Diernderl  hat  d'Lieb  aufg'sagt
Daust'n  in  Wald;

Und  hiatzt  hats  a  kloans  Schneberl  gschieb'n,
Drum  is  so  kalt.

Ist  die  Zahl  dieser  Lieder  so  groß  als  die  der  witzigen  Einfälle  des  Sängervolkes,
so  ist  ihr  Inhalt  so  mannigfaltig,  als  das  menschliche  Gefühl  wandelbar  ist.  Da  die  Dräger

'  Nachher.  "  Still.
            
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