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deren Raine, radienförmig auseinander laufend, theilweise ebenfalls mit Obstbäumen
bepflanzt find. Wo die sanft abfallende Lehne in eine steile „Leithe" übergeht, grenzt
dunkler Fichtenwald an die Saaten, die feuchten Wiesengründe des Thales bilden die Grenze
dieses kleinen Reiches. — Wir verlassen die Straße, um einen solchen Hof zu besuchen,
und folgen einem Feldweg, der uns quer über eine flache Mulde an die Grenze des Haus
gartens führt. Ein paar Stufen, „Stiegel" genannt, erleichtern uns die Mühe, den Zaun
zu übersteigen, und ein schmaler Steig führt uns zwischen Obstbäumen zur Hansthür. Links
von derselben steht der Pnmpbrunnen, dessen Schacht mit Steinplatten zngedeckt ist. Rechts
beschattet ein mächtiger Birnbaum einen kleinen Tisch mit Holzbänken. Dort schmaucht der
Bauer an warmen Sommerabenden sein Pfeifchen. Seitwärts, wo die Obstbäume weniger
Schatten werfen, liegen einige Gartenbeete, auf denen die Hausfrau neben Salat und
Gurken Nelken und Rosmarin zieht. Vor der Zudringlichkeit des Geflügels schützt den
„Wurzgarten" ein Zaun aus dichtem Dorngeflecht, durch das zwar keine Hühner, Wohl
aber die üppigen Kürbisranken zu schlüpfen vermögen, deren gelbe Blütenkelche weithin
leuchten. Wir haben uns dem Hof von der Nordseite genähert und stehen daher vor der
Front des „Hausstockes", das heißt des eigentlichen Wohnhauses. Es ist ein ebenerdiges
Gebäude, das, wie der mangelhafte Bewurf errathen läßt, aus Bruchsteinen zu einer
mäßigen Höhe aufgeführt ist. In der Mitte der Front ist die „Oberthür" angebracht. Auf
dem gothischen Thürsturz steht die Hausnummer, darüber hat ein vacirender Maler das
Bild der heiligen Dreifaltigkeit und das des heiligen Florian und des heiligen Sebastian
mit breiten Pinselstrichen mehr entworfen als ausgeführt. Die Fenster, deren wir
beiderseits der Thür vier zählen, sind von mäßiger Höhe und rechteckig, nur das erste
Fenster rechts von der Thür ist durch einen säulenartigen Pfosten mit geschwelltem Schaft
in zwei Lichten getheilt, die durch je einen Rundbogensturz abgeschlossen sind. Das glatte,
ziemlich steile Strohdach ist vom Wetter geschwärzt und stellenweise mit Moospolstern
bedeckt. Wir treten über eine breite Steinplatte, die die Traufe überbrückt, an die Thür,
welche durch rvth und weiß angestrichene Verschalung sternförmig verkleidet ist. Nachdem
wir mit dem hammerförmigen Thürklopfer ein paar Schläge gemacht haben, öffnet uns
die Hausfrau, freundlich grüßend, den knurrenden „Donau" zur Ruhe weisend, und läßt
uns in ein ziemlich geräumiges Vorhaus eintreten, das die ganze Tiefe des Wohnhauses
einnimmt, von dem aus eine Thür in den Hofraum und je zwei Seitenthüren in die
verschiedenen Wohnräume führen. In der Ecke rechts von der Thür steht ein quadratischer
Tisch mit schräg gestellten Beinen, an dem in der warmen Jahreszeit die Mahlzeiten
eingenommen werden. An Holzpflöcken, die in die Wand eingelassen sind, ist Pferdegeschirr
aufgehängt. Durch die zweite Thür links gelangt man in die ziemlich geräumige Stube,
den gemeinsamen Wohnraum der Familie. Die drei Fenster gehen auf den Hofraum, unter