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Wir betreten das XIX. Jahrhundert. Selbständige Arbeit und Pflege der classischen
Musik ist sein Charakter. In Haydn'schem Stile schreiben die Musikdirectoren von Krems-
miinster Günther Kronecker und Max Kerschbaum. Ersterer schuf einige größere Messen,
eine Todtenvesper, eine Libera nebst anderen Kirchenwerken und vollendete Michael Haydns
Requiem. Kerschbanm verfaßte nebst anderen Kompositionen ein solennes Requiem, welches
im Drucke erschien. Weiten Ruf und viel Ansehen erlangte der ehemalige Chormeister des
Wiener Männergesangvereins Hans Schläger, der in verschiedenen Stellungen, unter andern
Johann Michael Vogl.
auch als Dvmkapellmeister in Salzburg wirkte. Er ist fruchtbarer Schöpfer von Liedern,
Messen und Opern. Im ähnlichen Sinne wirkte der lyrische Dichter und Compomst^Eiml
Mayer. Der Linzer Domsänger W. Lambel schrieb Compositionen für die Kirche, der --tadt-
pfarrorqanist von Wels Ludwig Paupie erwarb sich Anerkennung durch zwei Oratorien.
In den Klöstern hatte man schon seit Anfang des XVIII. Jahrhunderts die
Gepflogenheit, bei Anwesenheit hoher Gäste, bei Namens-, Geburts- und Wahltag der
Äbte und bei verschiedenen anderen Veranlassungen Musikstücke aufzufuhren, Symphonien,
Quartette, Opern. Später, nachdem Haydns Oratorien so tief in die Gemüther gedrungen
waren, kamen diese mit Vorliebe zur Aufführung. Dies geschah vorzüglich m KremSmnnster.
Die Oratorien von Max Stadler, Schneider, Haydn und Mendelssohn, Hitlers „Saul",
in neuester Zeit Rudolf Schachners „Heimkehr Israels" wurden zu Gehör gebracht.