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Martin Kestler (1784 bis 1852), ursprünglich Nagelschmiedgeselle in Gmunden, der in
der Manier Denners malte und ein treffendes, gesundes Genre betrieb.
Wahren Dank muß die Künstlcrwelt Franz Pausinger (1794 bis 1850) wissen, der
zu Frankenburg lebend, unter den Ersten zählt, welche sich um die Wiederbelebung der
Glasmalerei verdient machten. Wenn auch in den Farben noch nicht kräftig genug, sind
seine gemalten Fenster in den Pfarrkirchen zu Frankenburg, Wels und Schwertberg, nicht
minder seine in: Museum zu Linz aufbewahrten Glasgcmälde von vornehmer Zeichnung
und wohl dürftiger aber harmonischer Stimmung.
Die bildende Kunst hatte im großen Ganzen jeden Bezug mit dem Volksthume
eingebüßt, sie war eine todte Kunst, todt wie die antiken Schemen, welche sie meißelte
oder malte. Bald sollte sie aber zu neuem Leben erwachen. Denn wie so vieles Andere
gesundete, so fand unser Volk an dem unversieglichen Borne seines eigenen Natnr-
cmpsindens und seines reichen Gemüthlcbens auch die richtigen Pfade für die Thätigkeit
einer verjüngten Kunst. Wenn auch die Lage Oberösterreichs mitten zwischen den beiden
Ccntren für Kunst und Künstler, Wien und München, eigentlich eine unvortheilhafte zu
nennen ist und die Anziehungskraft eben dieser beiden Centren ihm manche Kraft entzog,
so sehen wir doch mit Freude, wie selbst die in die Ferne gezogenen Künstler Obervsterreichs
diesem insoferne die Treue halten, als sie in den mitgebrachten Eindrücken den bestimmenden
Impuls zu ihrem Schaffen finden, als sie gerne in das grüne, berge- und seenreiche Heimat
land zurückkehren, um neue Kraft und neue Anregung zu finden; als sie dieses endlich mit
manchem kostbaren Werke ihrer in der Fremde vervollkommneten Kunst bedenken, welches
im öffentlichen oder Privatbesitze die schönen, Künstler und Heimat verbindenden Ketten
bildet. Eine stattliche Künstlerschar ist aber im schönen Oberland geblieben und wirkt und
schafft am heimatlichen Herde.
Auf die Entwicklung der Kunst und besonders der Architektur im Lande hat ein
Mann bestimmenden Einfluß genommen, der gewiß eine der denkwürdigsten Erscheinungen
unserer Zeit bleiben wird, — wir meinen den Bischof Franz Josef Rudigier. Durch
32 Jahre unentwegt seinem religiösen Ideale zustrebcnd, hat er der kirchlichen Kunst die
kräftigsten Impulse gegeben und das Land zu jenem großartigen Baue zu bestimmen
gewußt, der den kühnsten Gedanken des Mittelalters ebenbürtig au die Seite zu stellen ist.
Die Schönheit der Natur, namentlich des Salzkammergntes, war ebenfalls ein das
künstlerische Schaffen in Oberösterreich mittelbar fördernder Factor; denn von den Reizen
dieses gesegneten Erdenwinkels angezogen, siedelten sich dort in rascher Aufeinanderfolge
reiche und knnstlicbcnde Familien an, welche ihre neuen Sitze mit allen Gaben der Kunst
zu schmücken bedacht waren. Aber auch der traditionelle Sinn für künstlerisches Schaffen,
namentlich für die Bildschnitzern in Holz, der in Obcrösterreich, wie in Tirol und