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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Oberösterreich und Salzburg

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Bäcker, welche früher ihr Getreide den Mühlen zur Vermahlung übergaben, jetzt selbst 
das zu ihrem Gewerbebetriebe nothwendige Mehl direct von den größeren Kunstmühlen 
beziehen, bewirken einen stetigen Rückgang der Lohnmüllerei auf dem Lande, die, nunmehr 
fast ausschließlich auf die Bauernmalterei beschränkt, längst aufgehört hat, lohnend zu 
sein. Die Zahl der Kunstmühlen, von denen die meisten nur für die localen Bedürfnisse 
arbeiten, ist dagegen in Zunahme begriffen. Nur zwei große Etablissements in Klein 
münchen und Wels, welche jährlich circa 130.000 bis 150.000 Metercentner Mehl 
produciren, arbeiten für den Export. Die gesammte Erzeugung beläuft sich auf über eine 
Million Metercentner im Werthe von über lU/z Millionen Gulden. 
In 239 Brauereien werden jährlich gegen 850.000 Hektoliter Bier erzeugt, 
davon entfallen auf 15 größere Etablissements allein über 380.000 Hektoliter. Die 
größte Brauerei ist jene zu Zipf mit einer jährlichen Erzeugungsmenge von über 
105.000 Hektoliter. Das oberösterreichische Bier ist durchwegs ein gutes, theilweise sogar 
ein vortreffliches Fabricat und findet seinen Absatz im Lande selbst und in den benachbarten 
Kronländern. Die Bierconsumtiou ist eine allgemeine und erstreckt sich selbst auf die 
Arbeiter und die bäuerliche Bevölkerung. Bei reichen Obsternten wird jedoch massenhaft 
der kräftige Apfel- und Birnenmost erzeugt uud verdrängt dann, zum empfindlichen 
Nachtheile der Brauer, den Biergenuß in ausgedehntem Maße. 
Die Granitbrüche in Mauthausen und Neuhaus (an der Donau) und nächst 
Schärding liefern ein weit und breit bekanntes schönes und äußerst dauerhaftes Stein 
materiale, welches sich vortrefflich zu Pflasterungen, Monumenten, zu Brückenquadern 
und verschiedenen Werkstücken für Hochbauten eignet und dazu auch sehr gesucht wird. 
Der Mauthausener Granit findet Absatz außerhalb des Landes in Niederösterreich, 
Mähren, Steiermark, den Ländern der ungarischen Krone, ja selbst in Serbien und 
Rumänien. Schon im XII. Jahrhundert wurden in Perg und Umgebung Mühlsteine 
gebrochen. Die dortigen Brüche sind ausgedehnt und trotz der so langen Benützung 
noch immer nicht erschöpft. Die oberösterreichischen Mühlsteine genießen wegen ihrer 
vorzüglichen Beschaffenheit den besten Ruf und finden in der jährlichen Ausbeute von 
beiläufig 8.000 Stück Absatz in der Monarchie, nach England, Spanien, vereinzelt sogar 
nach den Vereinigten Staaten Amerikas. 
Sowie überall befindet sich auch in Oberösterreich das eigentliche Kleingewerbe 
im Großen und Ganzen in keiner glücklichen Lage. Es producirt in der Regel nur für 
den nächsten Localbedarf und befaßt sich vornehmlich mit den Reparaturen der in sein 
Fach einschlagenden Erzeugnisse. Allerdings erfreuen sich jene Gewerbe, welche bezüglich 
ihrer Fabricate den Kampf mit der Großindustrie nicht zu ertragen haben und eine tüchtige 
Arbeit liefern, stets einer regen Beschäftigung und sind in ihrer Existenz gesichert, manche
	        
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