Um die anmuthige Steige
rung landschaftlicher Schönheit
in dem Übergange vom frucht
baren Hügellande in das Gebiet der Voralpen und von da in die ernste Hochalpennatur
zu genießen, nehmen wir unseren Weg von Linz mit der Kremsthalbahn, durcheilen in
raschem Fluge das untere Ende der Traunebene, deren reiche Bodencnltur längst schon
den alten Namen „Welser Heide" Lügen straft, übersetzen die Traun und gelangen in
ein breites, beiderseits von sanft gewölbten Anhöhen flankirtes Wiesenthal, das von der
Krems in zahllosen Windungen durchschlängelt wird; von den Hügeln glänzen mit Obst
alleen umkränzte Saatfelder, kleine Wäldchen schieben sich zwischen Acker und Wiese und
überall strotzt der Segen der Natur; schloßartige Bauernhöfe, freundliche Ortschaften
ziehen vorbei; wir grüßen zur mächtigen Abtei von Kremsmünster, dieser mehr als
tausendjährigen Kulturstätte, hinauf und gelangen bald in die Zone der laubwaldumhüllten
Sandsteinberge, der treuen Begleiter der nördlichen Kalkalpen. Ein weites Thal öffnet
sich, das Thal von Kirchdorf und Michldorf; die Ebene ist reich bebaut, Obstgärten
wechseln mit Getreidefeldern und Wiesen, Eichen und Linden, ein Hauptschmuck des
Thales, überragen allenthalben die Flur und ans dem grünen Gewoge blinken die stattlichen
Häuser der beiden Nachbarorte, sowie die zahlreichen Sensenschmieden an der Krems
freundlich hervor; vom linksseitigen Berghange dräut die Felsenburg Alt-Pernstein herab,
Kirchdorf.