»MI
371
2.408 Meter hohen Spitze nördlich über dem Markte sichtbare Speiereck, im Westen sind
die äußeren Berge von Murwinkl und Zederhaus nahe gerückt. Den Thalgrund an der
Mur beleben zahlreiche Ortschaften. St. Michael hat eine Höhenlage von 1.068 Meter.
Seine Kirche ist alt, jedoch in verschiedener Zeit verschieden umgestaltet. Von großem
Interesse sind das meisterhafte Basrelief aus der Römerzeit über dem Kirchenportale und
Grabsteine der Weißbriacher, darunter einer aus dem Jahre 1394.
Wie der Radstatter Tauern nach Norden und mit Salzburg, ist der auf dem höchsten
Übergangspunkt 1.641 Meter hohe Katfchberg nach Süden und mit Kärnten die einzige
fahrbare Verbindung des Lungau. Bei St. Michael vereinigen sich die beiden Thäler
Zedcrhaus und Murwinkl. Sie entspringen auf dem Westrand des Lnngan und gehen
aus einem kurzen nördlichen Laufe in einen südöstlichen über, in welchem sie auch, jedoch
Murwinkl mit einer zuletzt nordöstlichen Wendung, in das eigentliche Murthal eintreten.
In Zederhaus, dem nördlichen der beiden Thäler, steht der Gebirgskamm auf der
Nordseite weit zurück und steigen die Vorlagen sanfter zu ihm hinan, daher da^> Lhal sich
als ein weites Gebirgsthal freundlich darstellt. Darin fallen das schlanke Moser-Mandl
(2.679 Meter) und der ernste Faulkogl (2.653 Meter) am meisten auf. Der pittoreske
oberste Theil des Thales heißt das Riedingthal und hier überrascht der von Zederhaus
als Nadel sichtbare Rieding-Spitz (2.262 Meter) und das nach Norden mit scheinbar
unersteiglichen lichten Wänden abfallende Weißeck (2.709 Meter). Von den Übergängen
aus Zederhaus in die Nachbarthäler wird der nach Groß- und Kleinarl über dav Schireck
und Tappenkaar zumeist benützt.
Es erübrigt noch, das südwestlichste Thal des Gaues, den Murwinkl, die Geburtsstätte
der Mur, kennen zu lernen. Sein hochalpiner Charakter macht ihn zum schönsten
24*