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kölnische Bronzeqegenstände.
auch von Menschen; eine Mutter mit Kindern, ein Dornauszieher, allerlei andere, besonders
weibliche Figuren kommen vor. Bisher sind ähnliche Bildwerke nur aus einer Fundstelle
in Frankreich bekannt geworden.
Von dem religiösen und politischen Leben Juvavums erfahren wir auch in der
römischen Periode sehr wenig. Erst aus den allerletzten Tagen der römischen Herrschaft
glänzt uns wie eine einsame Leuchte in dunkler Nacht die merkwürdige Gestalt des heiligen
Severin entgegen; seine Lebensbeschreibung nennt auch Küchel und Salzburg und erzählt
uns von dem Leben und Treiben der Bewohner. Ist es auch durch neuere Forschungen
zweifelhaft geworden, ob die Legende vom Priester Maximus, den Severin vergeblich
gewarnt hatte, sich auf Salzburg bezieht; das Eine steht fest, daß Juvavum gegen Ende
des V. Jahrhunderts n. Ehr. von germanischen Kriegern erobert wurde und zunächst als
Stadt zu bestehen aufhvrte. Dann sinkt abermals geschichtliches Dunkel herab.