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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Oberösterreich und Salzburg

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numismatischen Seltenheiten zählen. Sein Wappen mit der Rübe ist auf Bauwerken und 
Kunstdenkmälern in Salzburg nicht selten zn sehen. 
In den Kämpfen während der vorigen Regierung hatten die Bürger der Hauptstadt 
vom Kaiser Friedrich, zu dessen Partei sie hielten, mehrere werthvolle Privilegien erhalten, 
was in ihnen das Streben nach der Abschüttlung der geistlichen Herrschaft und der 
Erringung rcichsstädtischer Freiheiten hervorrief. Leonhard war aber nicht der Mann, 
solchen Dingen ruhig zuzusehen. Durch einen höchst bezeichnenden Handstreich wußte er 
dem angeblich geplanten Abfall vorznbeugen. Er lud eines Tages den gestimmten Rath zur 
Tafel; als aber die Herren im Festgewande in der Residenz erschienen, wurden sie nicht in 
einen Speisesaal geführt, sondern in ein Gemach, wo für jeden nur ein Stück Brot aufgelegt 
war, während gleichzeitig die Thore geschlossen wurden. Schon ahnten die unglücklichen 
Gäste Unheil, als der alte Erzbischof in Begleitung reisiger Mannschaft erschien, in 
einer eindringlichen Rede ihnen ihre Schuld klar machte und allen den Tod ankündigte. 
Wie sie waren, in ihrer leichten Festkleidung, mit seidenen Schuhen — eS war am 
11. Jänner — wurden sie in die Festung hinaufgeschleppt, dann des Nachts auf Schlitten 
gebunden und rasch über den verschneiten Tauern nach Lungan in das feste Moosham 
abgeführt. Dort sollten sie hingerichtet werden, da aber hochgestellte Personen, die Äbte 
des Landes und der Herzog von Baiern sich für sie verwendeten, auch die Bürgerschaft 
nach kurzem Alarm sich wieder beruhigt hatte, wurde ihnen das Leben geschenkt. 
Noch in den letzten Jahren Leonhards gewann in Salzburg ein Mann Einfluß, 
der als der erste und vertrauteste Minister und Diplomat Kaiser Maximilians I. in der 
Zeitgeschichte eine hervorragende Rolle gespielt hat, der Augsburger Bürgerssohn 
Matthäus Lang von Wellenbnrg, Cardinal und Bischof von Gurk. Er wußte durch 
das Versprechen, die Umwandlung des Salzburger Domcapitels aus einem Augustiner- 
Convent in ein weltpriesterliches Collegium beim römischen Stuhle durchzusetzen, die Wahl 
zum Coadjntor und Nachfolger Leonhards noch bei dessen Lebzeiten zu erwirken. Wenn er 
aber gehofft hatte, auf dem Stuhle des heiligen Rupert ausruhen zn können von seinem 
unruhigen und thatenreichcn Leben als Staatsmann und Krieger, so hatte er sich sehr 
verrechnet. Seine Regierung war eine der bewegtesten und unruhigsten, und so wie er, ist 
kaum einer seiner Vorgänger an Leib und Gut bedroht worden. 
Zunächst brachen die Mißhelligkeiten mit der Salzburger Bürgerschaft wieder aus. 
Der Erzbischof folgte aber dem Beispiele seines Vorgängers, durch rasches Handeln einem 
etwaigen Aufstande zuvorzukommen. Er entwich nach Tirol, miethete dort zwei Fähnlein 
Landsknechte und erschien mit diesen plötzlich vor der Stadt. Die unvorbereitete Bürger 
schaft demüthigte sich sofort. An der Spitze seiner Krieger, selbst in der Tracht eines 
Feldhanptmanns mit dem Commandostab in der Faust, ritt Matthäus in die Stadt ein;
	        
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