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Es «innert an uralten Göttcrdienst, wenn ursprünglich der Frau Percht zu Ehren Umzüge
stattfanden und noch aufgeführt werden, wobei der doppelten Gestalt der alten Göttin
entsprechend der Unterschied zwischen „schönen" und „schiechen" oder „wilden Perchten"
aufrechterhalten blieb. Erstere halten hüpfend und springend, mit frohen, lebhaften
Geberden, in Hemdärmeln, Blumen auf den Strohhüten oder phantastische Mützen mit
kleinen Schellen und Spiegelchen geziert auf dem Kopfe, in weißen und rothen Strümpfen,
mit blumigen Schürzen, Drischeln, Heugabeln und Rechen in der Hand, ihren Einzug.
Letztere, meist Männer, stürzen in den Winternächten unter dem betäubenden Getöse von
Kuhglocken, Schellenkrünzen, Stierhörnern, Klappern, Kupferkesseln, im Laufschritt, an
Bergstöcken einherspringend, in das schlafende Dorf. In Felle oder in die Tracht von
Wegelagerern, Räubern gekleidet, rumoren sie hin und her, gesträubte Federkrvnen auf
den Hüten oder schmale hohe, mit Federn und Papierzieraten geschmückte Spitzhüte
tragend, abscheulich bebartet, die Gesichter durch zahlreiche lange, bunte, von dem Hute
herabhüngende Bänder verhüllt, immer an den langen Bergstöcken hernmspringend. Das
ist der Perchtenlauf. Sie halten wohl vor einem Hanse still, um es auszuzeichnen oder
wo sie des Entgegenkommens gewiß sind, und führen dann öfter in Begleitung von Hack
brett und Pfeife jenen strampfenden, hüpfenden Tanz ans, der als „Trestern" bekannt
ist, den Perchtentanz.
Die Riesen des Untersberges, von denen ebenfalls das Volksbuch erzählt, gehören
einer früheren Zeit an und es verlautete in diesem Jahrhundert von ihnen nichts mehr.
An die Kirche von Gretig lehnten sie ihre Bergstöcke an, die wie Wiesbäume groß waren,
und redeten mit den Männern des Dorfes, und das Haus des Reiterbanern im Kötschach-
thale Gasteiiw zitterte von Grund aus, als ein Riese mit seinem Stabe, der aus einer
jungen Tanne bestand, auf dasselbe zusprang.
Manche Senninnen und auch einige Hvlzknechte wollen noch mit eigenen Augen die
Zwerge des Untersberges gesehen haben. Die „Untersbergmandeln" erschienen nicht blos
an den verschiedensten Orten des Berges oder hinterließen ihre Spuren im Schnee, sondern
begegneten auch auf Straßen unter Tags und bei Nacht Wanderern, Fuhrleuten, Zoll
beamten, auch auf Hochzeiten. Sie führten ihre neuen Bekanntschaften in den Berg, zeigten
einem oder dem anderen derselben den Kaiser Karl, die verschiedenen burgartigen Räume,
den Weinkeller. Begegnenden, mit denen sie Worte wechselten, schenkten sie Sand, Birken-
reiser, Holzkohlen, Schatzsteine. Wer selbe nicht verachtete, sondern heimtrug, dem wurden
sie über Nacht zu Gold. Auch in großen Zügen, wie Kriegsscharen mit Spielleuten, oder
paarweise in langen Reihen, wie Leichenzüge schweigend und schattenhaft, wurden sie
erblickt. In den Ostalpen ist der Zwergenglaube seit dein XIV. Jahrhundert schriftlich
beurkundet und man gewahrt bereits die Einwirkung der christlichen Zeit, wenn es heißt,