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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Oberösterreich und Salzburg

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Musiker  erscheinen  wieder  in  der  Hofkapelle,  aber  der  gelegte  Keim  eigenen  heimatlichen
Knnststrebens  hatte  feste  Wurzel  gefaßt  und  der  lebenskräftigen  Saat  entsproß  eine
stattliche  Reihe  von  Tonkünstlern,  darunter  auch  solche  von  allgemein  knnstgeschichtlicher
Bedeutung.
Dem  Claviervirtuosen  Josef  Wölfl,  1772  zu  Salzburg  geboren,  unter  Leopold
Mozart  und  Michael  Haydn  zum  tüchtigen  Musiker  herangebildet,  wurde  die  Ehre  zutheil,
ein  Rivale  Beethovens  am  Clavier  genannt  zu  werden.  Größere  Bedeutung  gewinnt
Wölfl  dadurch,  daß  in  seinem  Spiele  und  seinen  Claviercompvsitionen  die  Virtuosität
wohl  zum  ersten  Male  als  Selbstzweck  nuftritt.  Kann  man  in  diesem  Sinne  Wölfl  den
Vater  des  deutschen  Virtuosenthnms  nennen,  so  finden  unsere  modernen  überseeischen
Tournees  in  Sigmund  von  Neukomm  ihren  ersten  Vertreter.  Nenkvmm,  in  Salzburg
am  10.  Juli  1778  geboren,  ein  Schüler  der  beiden  Haydn,  gehört  zu  den  fruchtbarsten
Komponisten  der  Zahl  seiner  Werke  nach,  welche  alle  Gebiete  musikalischen  Schaffens
berühren.  Ncukomm  wirkte  nicht  nur  in  fast  allen  europäischen  Ländern  für  die  Ausbildung
seiner  Kunst,  er  verlebte  auch  fünf  Jahre  in  Rio  Janeiro  am  Hofe  des  Königs  Johann
von  Portugal  und  Herrn  von  Brasilien,  neben  seiner  Musik  eifrig  naturwissenschaftlichen
Studien  obliegend,  und  besuchte  später  auch  Afrika.  Mit  Fürst  Talleyrand,  dessen  intime
Freundschaft  er  genoß,  kam  er  im  Jahre  1814  zum  Congresse  nach  Wien,  wo  ihm  .Völlig
Ludwig  XVIII.  für  die  Composition  eines  Requiems  zur  Gedächtnißfeier  für  Ludwig  XVI.
das  Ritterkreuz  der  französischen  Ehrenlegion  und  den  Adelsstand  verlieh.  Zur  Enthüllung
des  ersten  Mozartdenkmals  in  Salzburg  eomponirte  Nenkomm  die  von  LadiAalw  Pyrür
gedichtete  Hymne:  „Österreich".
Salzburg  gehört,  nach  Geburt  und  musikalischer  Erziehung,  auch  Anton  Dia  bell:
an,  der  Freund  unserer  elavierspielenden  Jugend.  In  Mattsee  am  «>.  septembe»  1781
geboren,  erwarb  sich  Diabelli  im  Stifte  zu  Michelbeuern,  sonach  im  Kapellhause  in
Salzburg  seine  musikalische  Vorbildung,  stndirte  bei  Michael  Haydn  die  Komposition  und
zog  1803  als  Clavier-  und  Gnitarrelehrer  nach  Wien.  Hier  gründete  er  1824  die  durch  den
Hauptverlag  der  Werke  Franz  Schuberts  berühmt  gewordene  musikalische  Verlagshandlung
und  starb  im  Jahre  1858  daselbst,  —  durch  seine  melodiösen,  dem  Klavierunterrichte
gewidmeten  Werke  wohl  einer  der  populärsten  Tonseher.
„Wer  dem  preußischen  Grenadier  Franz  Koch  mit  seiner  Maultrommel  begegnet,
versäume  nicht  ihn  zu  hören",  schreibt  Jean  Paul  im  Hesperus,  und  der  alte  Dresdner
Oberkapellmeister  Johann  Gottlob  Naumann  soll  bei  den  Leistungen  Kochs  anSgernfen
haben:  „Wenn  ich  das  vermöchte,  ich  verbrennte  auf  der  stelle  alle  meine  Kompositionen."
Solchen  Urtheilen  gegenüber  gebührt  wohl  auch  dem  Mittersiller  Buchbinder  Franz  Koch,
welcher,  auf  seiner  Wanderschaft  unter  die  preußischen  Grenadiere  gesteckt,  als  solcher  an
            
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