Die deutsche Literatur iu Salchura.
ie Verbindung mit dem Westen hatte in Salzburg van jeher eme
erhöhte literarische Thätigkeit zur Folge. Unter Arno, dem Freunde
Alcuius und Karl des Großen, befand sich hier schon eine Bibliothek,
gewiß die älteste in dem heutigen österreichischen Staate. Arno selbst
,, sü>ü über 150 Bände schreiben. Die Salzburger Schreibschule wurde
maßgA'end sür^n Osten, wie die von Tours für den Westen des fränkischen Reiches.
Arnos Geist lebte in seinen Nachfolgern fort. Literatur und Dichtung — auch schon
deutsche Dichtung — wurden gepflegt.
Von der deutschen Liedersammlung Karl des Großen scheint noch Manchem im
Gedächtnisse zu haften. Lebhaft an diese Sammlung erinnert das altdeutsche Gelocht
Muspilli, in welchem - wie das Chaos in dem Wessobrunner Gebet - der Weltuntergang
und das jüngste Gericht noch ganz in eddisch-heidnischen Zügen geschildert werden, nur daß
die Götter jetzt zu Heiligen, die Söhne Muspelheims zum Teufel und AnUchnst geworden
sind. Das merkwürdige Gedicht fand sich in die leergebliebenen Blätter und Ränder erueS