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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Oberösterreich und Salzburg

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Kennzeichen hohen Alters uns vor Augen. Das Gebäude stammt in seinem Kern auch in der 
That gleich der Kirche aus dem Mittelalter. Überraschend und architektonisch wie malerisch 
bedeutend wirkt nur mehr sein Hof, und zwar durch den an die Wand des Mönchsberges 
gebauten Hintertract, der in zwei Galerien mit schlanken Pfeilern aus Marmor gegen den 
Hof sich öffnet. Die Erbauungszeit dieses Tractes ist unbekannt; charakteristische Merkmale 
weisen jedoch völlig sicher ans die Mitte des XVI. Jahrhunderts, somit auf die Erstlings 
zeit der hiesigen Renaissance, da sie die Gothik noch nicht vollends abgestreift hatte, zurück. 
Salzburg besaß im Mittelalter und wohl noch einige Zeit darüber nicht weniger als 
40 Thore und Ausgangspforten. Die meisten derselben verschwanden schon im XVII. Jahr 
hundert mit dem Anwachsen der Stadt und ihrer neueren Befestigung aus Anlaß des 
dreißigjährigen Krieges. Aber auch'von den 14 Thoren der späteren Zeit fiel die Mehrzahl 
in unseren Tagen dem Drange der Stadterweiterung zum Opfer. Die noch bestehenden sechs 
haben ihre ehemalige Bedeutung gleichfalls eingebüßt und nur noch einigen decorativen 
Werth. Ein einziges Object dieser Art, obwohl streng genommen weder Bauwerk noch 
Thor zu nennen, spielt als unschätzbarer Verkehrsweg für die felsenumgürtete Stadt wie 
als Sehenswürdigkeit eine Rolle: das durch den Mönchsberg gebrochene Neu- oder 
Sigmundsthor. Es ist ein tunnelartiger, in großen Verhältnissen ausgeführter Felsen 
durchbruch von beiläufig 130 Meter Länge und 13 Meter Hohe, einer gewölbten Halle 
vergleichbar, mit reich, fast überladen verziertem Ein- und Ausgange. Der Schöpfer 
des seinerzeit viel bewunderten und noch heute imponirenden Werkes war Erzbischof 
Sigismund Schrattenbach, dessen Reliefbild mit der stolzen Inschrift: »To saxa loqnnntur" 
über dem Eingänge prangt. Der Durchbruch selbst nahm kaum drei Jahre, 1765 bis 1767, 
in Anspruch, die gänzliche Vollendung der Außenwerke erfolgte jedoch erst 1774. Wenn 
man bedenkt, daß bis dahin die größere Stadthälfte am linken Salzachufer in ihrer vollen 
Längenausdehnung durch den Felsenwall des Schloß- und Mönchsberges mit seinem fast 
durchaus senkrechten Gewände gegen außen abgesperrt war und nur am oberen und unteren 
Ende, zum Theile dem Flusse abgetrotzt, ein paar Ausgänge hatte, so kann die wohlthätige 
Wirkung dieses für seine Zeit kühnen Durchbruches nicht leicht zu hoch angeschlagen 
werden; sie kam nicht blos der Stadt sondern auch der Umgegend, die von dort erst ihre 
heutige Cultur datirt, zugute. 
Von den schönen Plätzen Salzburgs entbehrt keiner des monumentalen Schmuck 
stückes. Die ansehnlichsten wurden bereits an passender Stelle vorgeführt; wir haben 
denselben nur noch das schöne Standbild Wolfgang Amadeus Mozarts von 
Schwanthaler auf dem Platze gleichen Namens anzureihen. Nebst diesen gibt es noch 
etwa ein Dutzend künstlerisch ansgestatteter Zier- und Nutzbrunnen, alle von Marmor, 
durch die Stadt verstreut. Auch die Arkadengänge der alten Friedhöfe bei St. Peter und
	        
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