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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Oberösterreich und Salzburg

dem Holzreichthum der Gebirge und den ihr reichlich zu Gebote stehenden Wasserkräften, 
und auch sein mächtig aufblühender Fremdenverkehr ist wesentlich das Product der groß 
artigen Alpennatur des an Naturreizen unübertroffenen Landes. 
Eines der ältesten Cultnrgebiete Mitteleuropas, der uralte Sitz bis in den Beginn 
unseres Jahrhunderts souveräner Kirchenfiirsten, hat Salzburg auch in Rücksicht auf sein 
wirthschaftliches Leben eine wechselvolle Geschichte aufznweisen und die Rückwirkung aller 
jener größeren Strömungen und Conjuncturen der Weltwirthschaft erfahren, welche alt 
begründete Quellen des Volkswohlstandes vernichteten und neue Zweige wirthschaftlicher 
Betriebsamkeit an ihre Stelle setzten. Sein einst so berühmter Bergbau und die zahlreichen 
Hüttenwerke, welche die herrlichen Gebirgsthäler des Landes belebten, sind der Ungunst 
der wirthschaftlichen Conjnnctur zum Theile als Opfer gefallen, durch Betriebe mit 
günstigeren natürlichen Productionsbedingungen unterboten worden; auch mancher Zweig 
seiner alten Kunstindustrie ist durch eine Verknüpfung widriger Geschicke vor Zeiten schon 
dem Lande wieder verloren gegangen; die Wurzeln des Volkswohlstandes Salzburgs, 
sein reicher Bergsegen, seine unter der sicheren Obhut des Staates stehenden Forste, die 
von einem im steten Kampfe mit der Natur gestählten Bauernthum sorgsam gepflegte 
Landwirthschaft, seine blühende Viehzucht, in Rücksicht auf einzelne Zweige derselben eine 
wahre Edelzucht, die zur Ausnützung durch die Industrie einladenden zahlreichen Wasser 
kräfte, seine betriebsame städtische Bevölkerung, endlich die Lieblichkeit und Großartigkeit 
seiner Natur, welche jährlich wachsende Ströme des Fremdenverkehrs dem schönen Lande 
zuführen, alle diese Vorzüge sind ihm erhalten geblieben und in ihrem Vereine die Bürg 
schaft einer hoffnungsreichen wirthschaftlichen Zukunft. 
Landwirthschaft und Oiehzucht. 
Nur ein Siebentel der Bodenfläche Salzburgs ist sanftes Hügel- oder Flachland 
und gestattet eine intensivere Bodenbewirthschaftung; alles Übrige ist Gebirge, in welchem 
nur die größeren Thäler, wie das 60 Kilometer lange Salzachthal, das Fuscher, 
Gasteiner, Enns- und Mur-Thal, dieEbene zwischen Wagrain und Radstadt, bei St. Johann 
und Werfen, dann der Saalfeldener Boden einen mit Graswuchs wechselnden Feldbau 
gestatten. Nichtsdestoweniger gehört die Hälfte der gesummten Bevölkerung (nahezu 
90.000 Personen) dem Stande der Landwirthe an, welch letztere sich auf circa 15.000 
Heimwesen vertheilen. Alle Besitzungen aber, ob groß oder klein, kennzeichnet die verhältniß- 
mäßig starke Dienstbotenhaltung. Auf je einer Wirtschaft werden im Flachland durch 
schnittlich 3, im Gebirge 8, ja in einzelnen Höfen sogar 20 bis 25 Dienstboten durch das 
ganze Jahr gehalten, deren Kosten um so bedeutender sind, als neben den gebotenen
	        
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