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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Oberösterreich und Salzburg

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Grummet per Hektar. Zur Bearbeitung des Bodens dient der gewöhnliche eiserne Pflug, 
mit welchem ziemlich schmale Beete von 4 bis 6 Furchen geackert werden. Im gebirgigen 
Theile des Landes herrscht jedoch, wegen der abhängigen Leiten, der Wende- oder Doppel 
pflug vor. An steileren Stellen sind oft 3 bis 4 Personen nothwendig, um die Zugthiere 
zu leiten, den Pflug zu handhaben und den Dünger einzulegen, an welchem nicht gespart 
werden darf. Wie wenig zureichend übrigens der Getreidebau Salzburgs ist, mag aus dem 
Umstande ersehen werden, daß das Land eines bedeutenden Zuschusses an Getreide von 
außen bedarf, welcher sich jährlich auf circa 400.000 Hektoliter Weizen, Roggen und 
Gerste beläuft. 
Die zumeist ungedüngten Wiesen sind in ihrem Ertrage sehr verschieden, je nachdem 
sie in den fruchtbaren, von Bächen oder Flüssen durchzogenen Thälern liegen, wo sie leicht 
25 bis 30 Doppelcentner Heu und Grummet liefern, oder hoch droben in den Bergen 
kleine Oasen bilden, die mit äußerster Anstrengung, häufig sogar mit Lebensgefahr gemüht 
werden und kaum alle 2 oder 3 Jahre einmal 3 bis 4 Doppelcentner Heu — allerdings 
von vorzüglichster Qualität — geben, welches im Winter auf Handschlitten heimgeholt 
wird. Der frühere große Holzreichthum des Landes und die besondere Unverläßlichkeit der 
Witterung haben die Gepflogenheit entwickelt, auch das Heu der Thalwiesen auf diesen 
selbst in zahllosen kleinen „Holzstadeln" unterzubringen und dasselbe erst im Winter in 
die Wirtschaft heimzuführen. Die an versumpften Stellen vorkommenden sauren Wiesen, 
sowie über 1.000 Hektar Sümpfe mit Rohrwuchs liefern theils Pferdeheu, theils Streu, 
welch letztere in diesem Lande sehr gesucht ist, da es daran überall fehlt, ein Mangel, 
welcher in Verbindung mit den unzweckmäßigen Ställen die Viehzucht ungünstig beeinflußt. 
Diese Ställe — sogenannte Grubenställe — welche im Gebirge ausnahmslos Vorkommen, 
haben weder gepflasterten oder gedielten Boden, noch einen Abfluß und werden, so lange 
das Vieh im Stalle ist, nur einmal (im Februar), und erst wenn das Vieh auf der Alpe 
weilt, zum zweitemnale ausgemistet. So stehen und liegen die Thiere ununterbrochen im 
Dünger — ein wenig erfreulicher Anblick für den Züchter und den Thierfreund. 
Und doch ist es die Viehzucht, von deren Betrieb die wirthschaftliche Existenz und das 
Gedeihen der ländlichen Bevölkerung Salzburgs hauptsächlich abhängt, ein Productions- 
zweig, für welchen die Bedingungen des Gedeihens allerdings in hohem Maße vorhanden 
sind. Der Viehstand umfaßt rund 11.000 Pferde, 150.000 Rinder, nahezu 60.000 Schafe, 
20.000 Ziegen und 11.000 Schweine und ist es hauptsächlich die Pflege und Zucht der 
dem Lande eigeuthümlichen Pferde- und Rinderracen, welche für den Wohlstand von 
entscheidender Wichtigkeit ist. 
Das Salzburger Pferd der reinen, unvermischt gebliebenen norischen Race ist ein 
anerkannt ausgezeichnetes schweres Zugpferd von ungefähr 16 bis 17 Faust (168 bis
	        
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