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erzwungen oder, wie in den ausgeforsteten Gemeinden, durch staatliche Subventionen
gefördert werden. Der Gebirgsbauer hat keinen rechten Glauben in den Erfolg der
künstlichen Anzucht des Waldes. — In den Staatsforsten hat man im Decennium 1873
bis 1882 an 5700 Hektar mit Saat und Pflanzung in Bestand gebracht und die Pflanz
schulen um mehr als das Sechsfache erweitert. Doch hat dies bei weitem nicht genügt,
die bedeutenden Aufforstungsrückstände zu bewältigen.
Das Verhältniß zwischen der für die Dauer möglichen Holzerzengung und der
thatsächlichen Nutzung eröffnet keine ganz beruhigende Perspective. Ein ziemlich sicherer
Anschlag über die dermalige Ertragsfähig^keit der Forste und den Bedarf des Landes an
Holz ergibt zwar Deckung für letzteren, allein der Holzexport wächst und hat infolge der
neuen Communicationen auch neue Wege eingeschlagen. Wenn er früher zumeist nur dem
Laufe der schiffbaren, flößbaren und triftbaren Gewässer folgte, hält er sich heute, indem
sogar die Flößerei nach der Donau sehr in Abnahme begriffen ist, an die Eisenbahn
linien. Ein Theil der Lungauer Hölzer erreicht gegenwärtig längs der regnlirten Mur
den Weg nach der adriatischen Küste, während die Brenn- und Nutzhölzer des großen
Sammelgebietes der Salzach von der Gisela-Bahn aufgsnomnien werden.
Dieser Umschwung in den Holzabsatzverhältnissen, im Vereine mit der Einführung
der Kohlenfeuerung bei der Saline Hallein, hat den Bestand einer der größten und
interessantesten Rechenanstalten Österreichs ernstlich in Frage gestellt. Es ist dies der im
Jahre 1500 in Betrieb gesetzte große Griesrechen an der Salzach bei Hallein, wegen dessen
bevorstehender Auflassung sich vor kurzem ein förmlicher Sturm im Lande erhob. Das
Sammelgebiet des Halleiner Rechens, welcher das Triftholz von zahlreichen Seitenbächen
der Salzach aufnimmt, umfaßt mehr als 100.000 Hektar Waldland, wovon 80.000 Hektar
Staatsforste. Dieses imposante Tristbauwerk war demnach bis in die letzte Zeit für den
Holztransport von größter Bedeutung. Noch im Decennium 1871 bis 1880 wurden hier,
sowie im nahe gelegenen Almrechen, jährlich 77.000 Meter Brennholz und 75.000 Stücke
Nutzholz theils ein-, theils durchgetriftet, beziehungsweise geflößt. Ein Schlensenhaus mit
17 Hebthoren, in den Sechziger-Jahren mit den Kosten von einer Viertelmillion Gulden
neu erbaut, regulirt den Wasserabfluß nach dem 1950 Meter langen, mit zahlreichen
Abfallbächen und mehreren Stau-Brücken und Ländschwellen versehenen Rechenkanal,
an den sich flußwärts zwei große Land- und Holzlegstütten anschließen. Heute ist dieses
Werk an einen Privaten, der für die Erhaltung vom Ärar einen Beitrag bezieht, in Pacht
gegeben. Es wird sich wohl kaum je mehr rentiren, die bedeutenden Erhaltungskosten,
welche dasselbe beansprucht, aufzuwenden.
Mit deni Halleiner Rechen wird ein ehrwürdiges Wahrzeichen des schönen
Salzburger Landes, in welchem der früher innige Verband von Berg- und Forstwesen