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MAK

Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Oberösterreich und Salzburg

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Wir  wenden  uns  nun  dem  Gosnuthale  zu.  Von  der  Gosaumühle  westwärts
lenkt  eine  anfangs  steil  ansteigende  Straße  unter  der  den  Gosaubach  in  der  Höhe  von
45  Meter  überbrückenden  Soolenleitung  (Gosauzwang)  in  eine  gegen  7  Kilometer  lange,
zu  beiden  Seiten  von  steilen,  zu  1.400  bis  1.800  Meter  ansteigenden  Berghängen  begrenzte
Thalenge,  das  untere  Gosanthal  ein.  Nachdem  der  schmale  Thalgrund  bereits
207  Meter  über  den  Spiegel  des  Hallstatter  Sees  angestiegen  ist,  beginnt  er  mit  einem
Male  sich  zu  verflachen  und  zu  erweitern.  Nun  eröffnet  sich  zunächst  der  Ausblick  ans  sanft
geformte,  waldbedeckte  Bergrücken  im  westlichen  Hintergründe,  doch  lassen  dieselben  noch
in  keiner  Weise  das  großartige  Gemälde  ahnen,  welches  nach  weiteren  2  zurückgelegten
Kilometern  in  Sicht  treten  wird.
Während  unser  Auge  noch  dem  nächsten  Wanderziel,  der  Zwieselalpe  (1.584  Meter)
zugekehrt  ist,  taucht  zur  Linken  derselben  Plötzlich  das  schroffe  Felshorn  des  Kleinen
Donnerkogel  (1.921  Meter)  auf,  ihm  folgt  unmittelbar  der  Große  Donnerkogel
(2.052  Meter),  und  nun  schiebt  sich  allgemach  der  ganze  gigantische  Zackenkamm  des
Gosauer  Steins,  von  rechts  nach  links  immer  höher  ansteigend,  vor,  bis  die
2.412  Meter  hohe  Groß  wand  den  Abschluß  bildet.
Ein  größerer  landschaftlicher  Contrast  läßt  sich  wohl  kaum  mehr  denken,  als  wenn
man  vom  nördlichen  Gehänge  des  mittleren  Gosauthales  aus  sich  dem  letzteren  zuwendet.
Ein  breiter,  ebener,  nur  von  einzelnen  Unebenheiten  überhöhter,  in  üppigem  Grün
Prangender  Boden  erstreckt  sich  5  Kilonieter  weit  gegen  Südsüdwest.  Zerstreute  Häusergruppen ­
  tauchen  aus  demselben  auf,  andere  lagern  ans  Terrassen  und  niedrigen  Vorsprüngen ­
  der  beiderseitigen  Waldhänge.  Auf  zwei  nahe  neben  einander  liegenden  Hügeln
erheben  sich  die  katholische  und  die  protestantische  Kirche,  das  ganze,  über  das  weite  Thal
verbreitete  Dorf  beherrschend.  Aber  unmittelbar  über  diesem  lieblichen,  von  einem  dunklen
Wülderkranze  umrahmten  Stillleben  erhebt  sich  fast  unvermittelt  die  gigantische,  wild
zerrissene,  von  Hunderten  phantastischer  Spitzen  und  Nadeln  gekrönte,  von  immensen
Schutthalden  durchzogene  und  umlagerte,  an  beiden  Enden  schroff  abgebrochene  Wand  des
bereits  genannten  Gosauer  Steins,  die  langsam  zerbröckelnde  Riesenrnine  des  vielleicht
mächtigsten  Korallenriffes  aus  der  mesozoischen  Periode,  welches  die  Alpen  überhaupt
aufzuweisen  haben.
Bildet  in  deni  mittleren  Gosauthale  der  grelle  Gegensatz  zwischen  dem  breiten
freundlichen  Thalboden  und  dem  wild  emporstarrenden  Zackengrat  des  Gosauer  Steins
den  Charakterzug  der  Landschaft,  so  ist  das  obere  Gosanthal  der  reinste  Typus  eines
hochalpinen  Stufenthales.  Es  gibt  keinen  Punkt,  welcher  Gelegenheit  gäbe,  mit  einem
Blicke  die  ganze  Großartigkeit  dieses  interessantesten  und  malerischesten  Thalabschnittes
des  ganzen  Traungebietes  überschauen  zu  können,  als  die  Zwieselalpe  (1.584  Meter),
            
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