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MAK

Full text : Jahrgang 1 (1909) (17)

Hummer  17.

Internationale  Sammler-Zeitunc).

Seite  253.

Kurz,  in  der  heute  zur  Diode  gewordenen  Unferschäßung
  ITlakarts  ist  oiel  planmäßiges.  Sie  geht  speziell
oan  den  leitenden  Kreisen  Deutschlands  aus.  Der  (Engländer
und  Amerikaner,  der  gewohnheitsmäßig  die  Welt  bereist
und  an  jedem  Orte  die  Spezialitäten  sucht,  ist  auch  in
dieser  Hinsicht  gerecht.  Schon  oftmals  rourde  ich  non
englischen  Gästen  gefragt,  mo  die  Werke  ITlakarts  zu
sehen  mären;  und  ein  Kunsthändler  erzählte  mir,  daß
gerade  (Engländer  oft  nach  Ulakart  fragen  und  zumindest

Photographien  oder  farbige  Reproduktionen  seiner  Werke
kaufen.
Tassen  mir  uns  also  die  freude  an  unserem  genialen
Tandsmann,  dem  famosen  Arrangeur  des  schönen  festzuges
anläßlich  der  silbernen  Hochzeit  des  Kaisers  franz  Josef
nicht  durch  Tageskämpfe  der  Kunsfkreise  oerleiden.  Genießen ­
  mir,  mas  an  seinen  Werken  einzig  und  unoergänglich
ist,  die  berauschende  fülle  malerischer  (Effekte  und  die
Schönheit  der  großzügigen  Komposition.

Die  Kunstsammlung  des  Freiherrn  uon  Lanna.

Oer  Auktion  der  Kupferstiche  aus  der  Sammlung  des  Barons
Tanna  in  Prag,  die  im  ITlai  d,  3  in  Stuttgart  durchgeführt  wurde,
folgt  jeßt  in  Berlin  die  Versteigerung  der  Kunstsammlung  des  frei  -
herrn  durch  das
bekannte  Kunstinstitut ­
  Rudolf
Cepke.
Roch  ist  der
Umfang  der  Auktion ­
  nicht  zu  übersehen, ­
  da  der
große  uon  der
firma  Cepke  uorbereitete
  Katalog
die  Presse  nicht
uerlassen  hat,
aber  mas  man
aus  oielfachen
Publikationen
über  die  Sammlungen ­
  des  freiherrn
  uon  Canna
roeiß,  rechtfertigt
uollauf  das  Interesse, ­
  mit  dem
man  in  Sammlerund
  Künstlerkreisen ­
  der  am
g.  llooember  beginnenden ­
  Auktion ­
  entgegensieht. ­
  Wir  sind
heute  schon  in  der
erfreulichen  tage,
drei  der  zur  Versteigerung ­
  gelangenden ­
  seltenen
Objekte  aus  der
Sammlung  zu  reproduzieren. ­

Der  Weinkühler ­
  (fig.  1)
stammt  aus  dem
Salzachtal  und  gehört ­
  dem  Anfang  |
des  16.  Jahr-  jj:
hunderts  an.  Die  L;;
Höhe  des  Gefäßes
beträgt  40  cm,  der
Durchm.  28  cm.  ;
Der  Kühler  ist  re-  |
liefierf  und  farbig  Hü
glasiert.  Cr  hat
doppelte  Wandung; ­

  einen  Behälter  für  Wein  und  einen  für  Wasser.  Die  form
ist  zylindrisch  mit  abgesefjtem,  kurzem,  geradem  Hals  und  Strickroulsten.
  Auf  der  Stirnseite  über  die  ganze  fläche  reichend,  befinden ­
  sich  zwei
hochreliefierte  figuren;
  Josua
und  Kaleb  mit
der  Weintraube,
am  Boden  zwei
Öffnungen  für  das
Ausflußrohr,  die
eine  [bezeichnet
mit  ;i  (aqua),  die
andere  mit  v
(viiium).  Die  seitlich ­
  angebrachten
Henkel  haben  die
form  kleiner,  aufgeseßter
  Schildchen. ­
  Der  fand  ist
grün,  die  Geroänder
  der  IHänner
gelb  in  oerschiedenen
  Abstufungen, ­
  bzro.  manganbraun.
  Die
Traube  opakblau.
Das  eine  Schildchen ­
  gelb  mit
zwei  roeißen
Querbalken,  das
andere  unbestimmt. ­
  (Schräg
geteilt  mit  grün
und  roeifj)
fig.  2  ist
eine  große  Cckkachel,
  die  dem
Ofen  der  Sakristei
des  Stephansdomes ­
  in  Wien
entstammt,  Höhe
45  cm,  Breite
58  cm.  farbig  glasiert, ­
  die  beiden
rechtroinkeligaufeinanderstoßen-

  Kacheln  in
form  uertiefter
Rischen  mit  Reliefdarstellung: ­

Simsons  Kampf
mit  dem  Tomen.
An  den  Rändern

fig.  1.  Kühlgefäß,  (farbig  glasiert.  Salzachtal,  Anfang  des  16.  Jahrhunderts.)
            
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