MAK

Full text: Jahrgang 1 (1909) (1.1909,22)

Hummer 22. 
Internationale Sammler-Zeitung. 
Seite 357. 
nr. mk 
1735. Kumme mit abgeseßfem 5uf3 mit Jagdszenen; erstes 
Drittel 18. Jahrh., Ularke in Blau und Doppelring . 700 
1736. Trankopferbecher, Blanc de Chine, form des Cing- 
Tschy, mit Tiermalereien, ohne marke, erstes Drittel 
18. Jahrh 400 
1738. Große, runde Schüssel in der monier der famille-oerte 
Arbeiten, erstes Drittel 18. Jahrh., 13 cm breites 
Stück ausgebrochen 600 
Chinesisches und japanisches Porzellan. 
1767. Vertiefter Teller mit österreichischem Wappen und 
Buchstaben C. VI. (Carl VI.), Signatur Ul C. und 
Schriftband mit Gubernaf ... 520 
1808. Kanne in uergoldeter Bronze montiert, Bemalung in 
Gold, Blumenstauden mit felsen, 17.—18 Jahrh. 255 
nr mk. 
Arbeiten in unglasiertem Ton. 
1882. Kollektion uan 45 griechischen Terrakottaköpfchen, 
4.—2. Jahrh. o. Chr., auf Holzsockel 120 
1902. tlapf mit schwarzer Glasur, Rheinisch, Römische 
Kaiserzeit 150 
1926 Terrakottagruppe: Sißende weibliche figur, eine Cöwin 
haltend, an der ein Knabe säugt, franz, Anfang 18. 
Jahrh 765 
1928. Terrakottafigur: Kniender faun als Karyatide, Italien, 
17. Jahrh, 400 
1947. Holländisches Teekännchen aus rotem Ton, als Deckel 
knopf ein Cing-Tschy, Ränder in Silber gefaßt, 18. Jahrh. 175 
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Chronik. 
flutographen. 
(Verkauf uon Autographen.) Aus Paris tnird uns ge- 
geschrieben: Im Höfel Drouot vuurde in den leßten Tagen die Auto 
graphensammlung Henri Bachimont oerkauft Cin Brief der Ge 
mahlin Cudroigs XTIL, IHaria Anna uon Österreich, erzielte 75 fr 
Cine Seite uon Beusernde, einem Dichter des XVII. Jahrhunderts, 
87 fr. Cine halbe Seite uon Balzac fr. 38. — Cin Gedicht uon 
Bauuille fr. 50. - Cin Brief uon Barbes fr. 51. — Cine Seite uon 
Baudelaire fr. 47. — Cin Brief uon Ulme. Jeanne de Biron an 
Heinrich IV. aus dem Jahre 1602 fr 95. — Cin Crnennungsdekret 
eines Vizekonsuls, uon Wilhelm I. uon Deutschland und Bismarck 
signiert, fr. 42. — Zwei heitere Briefe uon General Boulanger 
fr. 13. Cin Aufograph uon General Cambronne fr. 22. — Cin 
Brief Kaiser niholaus II. uom Jahre 1894 an ein Staatsoberhaupt 
fr. 15. — Cin Brief Couis Pasteurs, 1866 datiert, fr 11. — Cin 
Brief Pius X. aus der Zeif, da er noch Bischof uon Alailand ruar, 
fr. II. — Sehr begehrt tuaren Autographen der Ularquise de 
Pompadour, für einen Brief, in dem sie einen Vermalter auto 
risiert, den Herrensiti zu d’Aulnay-sous-Couue zu übernehmen, 
rourden 170 fr. und für eine Antmort auf eine forderung 85 fr, 
gezahlt. Cin interessanter Brief des Kabaretiers de Courtille Jean 
Ramponeaux erzielte 10 fr., ein ITlanushript uon Restif de la Bre- 
tanne über fragen der öffentlichen Sittlichkeit fr. 50. 
(Autogramme uan der Anklagebank.) Der „figaro“ 
berichtet uom lebten Verhandlungstage des Prozesses Steinheil 
folgende charakteristische Cpisode: Als frau Steinheil sich 
mährend einer Pause auf die Anklagebank niederließ, rourden 
ihr aus dem Auditorium durch Vermittlung des sie übermachenden 
Polizisten hunderte uon Karten überreicht, roelche sie mit Auto 
grammen uersah. Das uor dem Verdikt, das über leben und 
Tod entscheiden sollte. 
Bibliophilie. 
(Die Bibliothek Robert uon Schneiders.) Wie man 
uns mitteilt, hat der im Vormonate in Wien uerstorbene Direktor 
des österr. archäologischen Instituts und der Anfikensammlungen 
im kunsthistorischen Hofmuseum Hofrat Prof. Dr. Robert R. u. 
Schneider eine ungemein reichhaltige Bibliothek hinferlasscn. 
Sie enthält u. a. kostbare Crstdrucke der großen Dichter aller 
Rationen, die berühmtesten Vertreter des Livre k ligures des 18. 
Jahrhunderts und neben dem deutschen Biedermeier Holzschnitt 
buch die seltenen lllustrationsroerke der modernen franzosen und 
Cngländer. 
(Altchinesische JTlanuskriptschäße.) Am 10. Dezember 
rourde in der Pariser Sorbonne der junge französische Archäologe 
Pclliof feierlich empfangen, der soeben nach einer zmeieinhalb- 
jährigen an roertuollen roissenschaftlichen Ergebnissen reichen 
forschungsreise durch das nordroestliche China und durch das 
chinesische Turkistan nach Europa zurückgekehrt ist. Der junge 
Gelehrte brachte seine kostbare Sammlung uon nicht roeniger als 
30.000 alter chinesischer Illanuskripte und Dokumente mit, die 
über 1000 Jahre alt sind und interessante neue lichter auf das 
Wesen und Werden der altbuddhistischen Kultur und Kunst in 
China roerfen. Pelliot, der erst 50 Jahre alt ist und für persönliche 
Tapferkeit bei der Verteidigung der französischen Gesandtschaft 
mährend des Boxerkrieges mit dem Kreuz der Ehrenlegion aus 
gezeichnet rourde, hat seine Reise im Aufträge der Pariser Akademie 
der Inschriften und mit Unferstüßung des französisch-asiatischen 
Komitees und uerschiedener geographischer Gesellschaften zu Be 
ginn des Jahres 1907 angetreten, ln Begleitung des Arztes Dr. 
Baillant, des Photographen Honette und zroeier Kosaken brach 
er nach Turkistan auf und reiste zu Pferd und zu fufj dreifjig 
lUanate lang in dem der forschung noch so menig erschlossenen 
fand. Seine Studien erstreckten sich auf die Gegend um Tung 
Hroan; in Kaschgar uermeilte Pelliot längere Zeit bei der freilegung 
eines alten Bauwerkes, in dem er dann eine Anzahl außerordent 
lich interessanter Statuetten fand, die unzweifelhaft griechisch- 
römische Einflüsse uerrafen. Jm Zusammenhang mit zahlreichen 
Dokumenten und Inschriften bilden sie ein mertuolles Beweisstück 
für die Berührungspunkte der griechisch-römischen Kunst mit dem 
fernen Osten. Auch eine lange Reihe uon Sanskritdokumenten und 
alten Handschriften in bisher unbekannten Sprachen belohnten die 
mühe des Forschers. In einem unterirdischen Geroölbe wurde ein 
altchinesisches Gemälde entdeckt, das auf das sechste Jahrhundert 
zurückgeht, und zugleich eine kostbare Handschrift aus dem achten 
Jahrhundert, die beweist, daß zu jener Zeit in jener Gegend 
Buddhismus und Christentum nebeneinander bestanden. Pelliots 
forschungen werfen neues Eicht auf Alter und Ursprung der 
chinesisch-buddhistischen Zivilisation. Sie tragen neue gewichtige 
Stüßen herbei zu der Hypothese, nach der die buddhistische Kunst 
Chinas jüngeren Datums ist als die Kunst der Griechen und Römer 
und daß die chinesische Kunst jederzeit außerordentlich starke 
Beeinflussung griechisch-römischen Ursprungs empfangen und uer- 
arbeitet hat. Die gewonnenen Handschiftensäße werden in der 
französischen Hational-Bibliothek Verwahrung finden. 
(Die Bibliothek Dr. Otto Denike.) Von den bei der Auk 
tion Dr. Otto Denike (siehe Hr. 20 und 21 der „Intern. Sammler- 
Zeitung) erzielten Preisen seien noch genannt: Hr. 782. lUusen- 
Almanach für das Jahr 1796, Ulk. 100. Ilr. 783. ITlusen-Almanach 
für das Jahr 1797, Ulk. 125 Hr. 855. Heinrich Ceopold Wagner, 
Confiskable Erzählungen, Ulk. 100. Hr. 854. Prometheus Deuka- 
lion und 1 seine Recensenten, mk. 80. Hr. 858. Tagebuch eines 
Weltmanns, Ulk 80. Hr. 859. Die Kindermörderin, mk. 110. 
Hr, 861. Euchen Humbrecht, mk. 90. Hr. 889. Arnim uon 
Brentano, Des Knaben Wunderhorn. Prachtexemplar in drei 
grünen lllaroquinbänden mit Rücken- und Deckenuergoldung und 
grünem Schnitt. 111k. 575. Ilr. 895. Clemens Brentano, ITlemnan, 
Eine Zeitschrift, 111k. 700, Hr. 896. Satiren | und [ poetische Spiele
	        
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