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Full text : Jahrgang 2 (1910) (1)

Seite  14

Hummer  1

Internationale  Sammler-Zeitung.

(Die  Salting-Gallery  in  Condon.i  Der  englische  Staat
ist  durch  die  testamentarische  Verfügung  eines  alten  Kunstsammlers,
George  Salting  in  den  Besit3  einer  unscheinbaren  Kunstsammlung
gelangt.  Selbst  in  den  Kreisen  der  Künstler  mar  der  rtame  Salting
ziemlich  unbekannt;  nur  die  nächsten  freunde  des  im  Alter  oon
74  Jahren  einsam  gestorbenen  ITlannes  kannten  seine  Teidenschaff,
die  ihn  zu  einem  mehr  als  sparsamen  leben  oeranlafjte.  Ulan
tuufjte,  daf3  sein  Vater,  ein  dänischer  Grofjkaufmann,  durch-glückliche ­
  Zuckerspekulationen  ein  ungeheueres  Vermögen  erroarben
hatte,  das  seinem  Sohne  eine  Rente  uon  etroa  einer  ITlillion  sicherte,
und  betrachtete  daher  diesen,  der  stets  in  schlechten  Kleidern  und
auch  sonst  in  ärmlicher  Weise  erschien,  mit  jener  unoerhohlenen
Geringschätjung,  die  man  schmutjigem  Geiz  zu  zollen  pflegt.  Jetjt
erst  hat  sich  das  Geheimnis,  das  über  dem  Ccben  des  alten  Illannes
lagerte,  enthüllt,  und  die  englischen  Zedüngen  roidmen  ihm  begeisterte
rtachrufe.  Die  Uleister  aller  Cänder  sind  in  der  Salting-Gallery
oertrefen,  allein  zmei  Hobbema,  und  uon  Holbein  ein  Selbstbildnis ­
  und  das  Porträt  der  Hnna  oon  Cleoe,  Zmei  kostbare
Gainsborough  und  zmei  Constable  repräsentieren  die
englische  Schule  in  ausgezeichneter  Weise,  aber  auch  die  alten
Italiener  sind  in  ihr  in  gleicher  Weise  berücksichtigt,  lieben  dieser
Gemäldegalerie  hat  Salting  dem  englischen  Staat  aber  auch  noch
eine  ebenso  roertuolle  keramische  Sammlung  und  eine
Sammlung  alten  Porzellans  hinterlassen.
Uom  Kunstmarkte.
(Versteigerung  der  Sammlung  Holroyds)  Aus
Condon  roird  uns  berichtet:  Die  Sammlung  lohn  Baker  Holroyds,
des  freundes  und  Testamentsvollstreckers  des  Historikers  Gibbon
rourde  Fllitte  Dezember  bei  Christie  oersteigert.  Holroyd  rourde
im  Jahre  1816  in  den  Grafenstand  erhoben  und  hatte  dreimal
geheiratet.  Seine  beiden  Porträts  Don  Reynolds  und  Romney  und
die  Bilder  seiner  drei  frauen  oon  Cotes,  Beechey  uud  Hoppner
brachten  9240  mark;  ein  William  Dobson  (Karl  T  )  erzielte  15.440  lllark,
eine  „Königin  Elisabeth“  oon  Zucchero  10.500  ITlark,  ein  Porträt
oon  llicolas  Illaes  19.520  mark,  ein  Porträt  oon  Jean  Baptiste
Colbert  oon  Budehon  10.929  lllark,  ein  Porträt  der  ersten  Herzogin
oon  Sheffield  oon  francis  Cotes  9870  lllark,  ein  Hoppner  (Cady
Anne  north)  58800,  ein  kleines  Porträt  Cord  Sheffields  oon  Reynolds ­
  19.850,  dasselbe  Porträt  oon  Romney  10.500  mark,  eh:  Cord
Warth  oon  Reynolds  5205  lllark,  ein  Hoppner  „Thomas,  zmeitet'  Carl
of  Chicester“  3780  lllark,  eine  Angclica  Kauffmann,  „John  erster,
Carl“  3465  lllark,  ein  Camrence,  „francis  4.  Carl  of  Guilaford“
2205  Alark,  ein  Reynolds  „lllifj  lllargaref  faure“  11.920  lllark.
(Die  Versteigerung  des  Steinheilschen  lllobiliars.)
Aus  Paris  mird  uns  geschrieben;  Die  Versteigerung  der  lllöbel
und  „Kunstschätje“  der  frau  Steinheil  im  Hotel  Drouot  hat  im
Ganzen  25.285  francs  ergeben.  Das  ist  oiel,  menn  man  den  tatsächlichen ­
  Wert  der  Sachen  in  Betracht  zieht;  es  ist  aber  sehr
rnenig,  menn  man  die  Sensation  ins  Auge  fafjf.  ITleg  hafte  sicher
auf  einen  höheren  Erlös  gerechnet!  Sie  hat  geroifj  nicht  gedacht,
dalj  sie  den  Parisern  schon  sobald  gleichgültig  toerden  mürde,
das  heifjt,  sie  mar  den  Parisern,  den  Badauds,  nicht  gleichgültig
gemorden.  neugierige  hatten  sich  genug  eingefunden.  Aber  keine
ernsthaften  Käufer:  und  das  ist  dach  der  Prüfstein  des  Ruhms;
im  Hotel  Drouot  hat  auch  der  Ruhm  seinen  ITlarktroert!  Die
höchste  Summe  erzielte  aufjer  den  alten  flandrischen  Wandteppichen
das  Bildnis  ITlegs  uon  ßannnt,  und  auch  dieses  rourde  für
5.600  fres.  erstanden;  nicht,  roeil  es  die  tragische  Witroe  darstellte, ­
  sondern  meil  es  eben  oon  Bonität  mar.  Ein  anderes  Bildnis ­
  ITlegs,  oon  Boesroillroald,  erzielte  dagegen  nur  135  fres.!  Eines,
das  sie  am  Klaoier  darstellt,  gar  nur  60  fres.  1  Die  ITtalereien  des
brauen  Steinheil  gingen  für  je  20,  39,  60,  90  fres.  roeg  und  die
maloersuche  der  frau  Steinheil  für  nur  10  fres.  Die  Versteigerung
hat  oon  2  Uhr  nachmittags  bis  Y  12  Uhr  nachts  gedauert;  aber
es  mar  eben  doch  keine  „animierte“  Versteigerung,  roas  die  Ankäufe ­
  betrifft.  Recht  animiert  ging's  im  Publikum  freilich  zu:  man

erdrückte  sich  gegenseitig  und  es  kam  ein  paarmal  zu  roahren
Raufereien.  Insofern  also  hatte  flieg  doch  „Erfolg“!

Die  Auktionen  bei  Lepke  in  Berlin.
Die  Versteigerung  der  Ilachlässe  des  Barons  oon  W.-C.  und
des  Reichsgerichtsrats  Th  öl  in  Ceipzig,  roie  der  Pergament-Ulahuskripte
  des  XIV,—XVI.  Jahrhunderts  aus  der  Sammlung  Herrn.
Emden  in  Hamburg  in  Rud.  Cepkes  Kunstauktionshaus  in  Berlin
ergab  96.802  lllark.  Es  erzielten:  tlr.  8,  Silberoergoldeter  Ulanatsbecher
  auf  fufj,  Alk.  120.  tlr.  II.  Couis  XVI.  lllarmoroase,  1A.  100.
llr.  15.  Alter  Thüringer  Holzkrug,  in  Zinn  gefaljt,  111  k  190  llr  18.
farbige  Schroeizer  Hochzeitsscheibe,  111k.  400.  llr.  19.  Desgl.,
Ulk.  210.  llr.  21.  Alfpersische  5ennadecke,  111k.  275.  llr.  22.
Zmei  grofje  halzgeschnitjte  frauenfiguren,  Alk.  205.  llr.  23.
Renaissance-Sessel,  Tirol,  Ulk.  150.  llr.  25.  Buchsstatuette  der
heiligen  Elisabeth,  Ulk.  205.  llr.  27.  Curteluhr.  Verschiedenfarbige
Bronze.  Paris,  Cepine.  Zeit  Couis  XVI.,  Ulk  940.  llr.  28.  Dresdener
Emaildose,  Ulk.  200.  llr.  29.  Silbernes  Speiseseroice,  Ulk.  1450.
llr.  30.  Grofje,  altchinesische  Bronzestatuette,  oergoldet,  111k.  895.
llr.  31.  Uleissener  Teekanne,  Ulk,  185.  llr.  32.  Grofje,  silberne
Ampel,  Ulk.  500.  llr.  53.  Zmei  grofje  Rokokg-Eckuerzierungen,
holzgeschnitjt  und  oergoldet,  Ulk.  220.  llr.  34.  Vier  hochlehnige
Couis  XIV.-Stühle,  holzgeschnitjt  und  oergoldet,  Ulk  250.  llr.  55.
Vier  grofje  oergoldete  Bronze-Appliques,  Couis  XV.,  111k.  1110.
llr.  56  Italienische  lllarmorbüste,  Ulk.  170.  llr.  37-58.  Zmei  Bilder
des  18.  Jahrhunderts,  Ulk.  150.  Ar.  39.  Ein  Paar  grofje  Seores-Porzellanoasen,
  Ulk.  2680.  llr.  40.  Grofjer  Wandteppich,  Ulk.  5500.
llr  41.  Persischer  Teppich,  Johraghan,  111k.  540.  llr.  43,  Grofjer
persischer  Teppich,  Täbris,  Ulk  1610.  nr.  44.  Bildnis  des  Kurfürsten
Johannes  des  Beständigen,  Cranach-Schule,  Ulk  325.  llr.  45.  Alte
Elfenbein-lJliniatur,  Ulk  260.  tlr.  47.  meißener  figur,  Kaoalier,
Ulk.  165.  llr.  48.  Grofje  Uleifjener  Gruppe,  Ulk  335.  llr.  49.
Erofjer  Uleifjener  Puppenkopf,  Ulk.  115.  llr.  50.  Grofje  Uleifjener
Gruppe,  Ulk.  280.  llr.  51.  meißener  Gruppe:  Die  russische  Amme,
Ulk.  500.  llr.  52.  Uleifjener  Teller,  Ulk.  150.  llr  55.  Desgl.,
Ulk.  110.  llr,  54.  Zmei  Uleifjener  Tassen,  Ulk.  155.  llr.  55.  Zmei
desgl.  Ulk.  140.  llr.  56.  Zmei  desgl.,  Ulk,  155.  llr.  57.  Ölgemälde
non  C  Kilian,  Ulk  280.  llr.  58.  Altes  Wedgroood-Relief,  Ulk.  250.
llr.  60.  Goldemaillierte  Empiretaschenuhr,  Ulk.  260.  llr.  61.  lladelbüchse,
  goldemailliert,  Ulk.  445.  llr.  64.  französisches,  goldemailliertes ­
  Armband,  Ulk.  360.  llr  65.  lladeletui,  goldemailliert,
Ulk  210  llr.  66.  Desgl.,  Ulk.  315.  llr  67.  llautilus  aus  Kristallglas, ­
  Ulk.  500.  llr.  68  Porzellangruppe:  Die  Erbtante,  Ulk.  135.
llr.  69  Wochensuppenterrine,  Ulk.  125.  llr  70.  Zmei  Wiener
Kinderköpfe,  Ulk.  105.  llr.  71.  Taschenuhr,  emailliertes  Gehäuse
und  Zifferblatt,,  Ulk.  405.  llr.  72.  Desgl.,  in  silberner  Kapsel,
Ulk.  655.  llr.  75.  Goldene  Taschenuhr,  Ulk.  125.  llr.  76.  Grofjer,
bronzeuergoldeter  Knauf,  Ulk.  95.  llr.  77.  Reliefporträt  aus  Wachs,
nik.  150.  llr.  78-79.  Zmei  Chelsea-Gruppen,  Ulk  175.  llr.  80-81.
Zmei  figuren,  desgl.,  Ulk.  145.  llr.  82.  Grofje  Uleifjener  Gruppe:
friedrich  der  Grofje  zu  Pferde,  Ulk.  310  nr.  84.  Silberne  Platte,
getrieben:  Die  Krönung  der  lllaria,  Ulk.  155.  llr.  85-86.  Ein  Paar
Wedgmood-Uledaillons,  111k.  460.  nr.  87.  Gotische  Kassette,  aus
Birnholz  geschnitjt,  Ulk.  675.  llr.  88.  Goldemaillierte  Genfer  Taschenuhr, ­
  Ulk.  555.  fir.  89.  Silberuergoldetes  Döschen,  Ulk,  165.  nr.  90.
Goldemaillierte  Taschenuhr  in  Schlangenhautkapsel,  Ulk.  830.
llr.  90,  Goldemaillierte,  englische  Taschenuhr,  Ulk.  875.  llr.  94.
Uleifjener  figur,  sitjender  Kaoalier,  111k.  110.  llr.  IOC.  Uleifjener
Stockknopf,  Ulk.  135.  nr.  105.  Ein  Paar  Bronzeleuchter,  Ulk.  125.
llr.  105.  Ausstellungsschrank  aus  Eichenholz,  Ulk.  180.  nr.  108.
Kaffeeseroice,  Ulk.  250.  llr.  110.  Besteck,  bestehend  aus  sechs
Gabeln,  drei  Blessem  und  drei  löffeln,  Kloster  Veilsdorf,  Ulk.  125.
llr.  125.  Zmei  Silbene  Plaketten  mit  den  Porträts  Cuthers  und
Ulelanchthons,  Ulk.  135.  llr.  128.  Büste  aus  schmarzem  Basaltbiskuit, ­
  Ileroton,  Bez.  Wedgmood,  Ulk.  125.  llr.  155.  Brustbild  der
ITladonna,  Ulk.  505.
Pergament-Ülanuskripfe  (14.—16.  Jahrh.)  und  Stammbücher ­
  aus  der  Sammlung  Emden,  llr.  168.  Blätter  des  Gefühls
und  der  Erinnerung,  Ulk.  220.  llr.  169.  Stammbuch  des  Johann
Ceopold  Cehmann,  Berlin,  d.  21.  Ulay  1772,  Ulk.  82.  llr.  172.
5tammbuch  oon  f.  W.  D.  1771,  Ulk.  90.  llr.  175.  Stammbuch  oon
A.  G.  de  Zuerzerenge,  Utricäesien  (aus  Utrecht?),  1613,  Ulk.  290.
tlr.  176  Stammbuch  einer  zu  Heidelberg  in  den  Jahren  oon  1605
bis  1615  studierenden  oornehmen  Persönlichkeit,  Ulk.  450.  nr.  177.
Theatre  de  P.  Corneille  aoec  des  commentaires,  Ulk.  110  llr.  178.
Indischer  Bucheinband,  Ulk.  200.  nr  179.  24  Persische  Pergamentminiaturen, ­
  Ulk.  135.  llr.  180.  Sieben  Pergament-llliniatnren  des
15.  Jahrhunderts,  Ulk.  155.  llr.  181.  Spanisches  Pergament-Ulan
  uskript  des  16.  Jahrhunderts,  Ulk,  405.  llr.  182.  Ölminiaturen.
Ein  Band  mit  34  Pergamentblattern,  enthaltend  ein  Titelblatt  mit
leerer  Kartusche  und  17  Porträts,  Ulk.  860.  llr.  185.  Bucheinband
oon  braunem  Ceder,  mit  reicher  Goldpressung,  lllk.  510.  llr.  184.
Persisches  Pergament-lllanuskrijjt  1555  (Dioan  Hafiz),  Ulk.  200.
            
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