MAK
Seite 182 
Internationale Sammler-Zeitung 
Hier in diesem Bildchen ist alles das Bereinigt, roas jene 
anderen Künstler dieser Jahre suchten und nicht in sich 
hatten: die Rnmut, die Süßigkeit und das echte Ratur- 
mäljige einer ganz roeiblichen Sinnlichkeit, eines mähren 
farbengefühls. 
Von den Skulpturen ist nicht uiel zu sagen. Cs 
sind kalte, klassizistische Werke, die kein Gefühl belebt, 
fine Venus oon Thorroaldsen hat die reine, aber sinnen 
lose Schönheit dieses abstrakten Künstlers, Rm interessan 
testen ist eine Bildnisbüste oon Candolin Ohmacht, 1803 
Rümmer 12 
geschaffen, das Werk einer milden, grofj und sanft em 
pfindenden Seelenkunst, die bis auf den heutigen Tag fast 
unbeachtet geblieben ist. Unter der kleinen Zahl älterer 
Gemälde darf man ein kleines kölnisches Bildnis nennen, 
in der Rrt des ITleisters des IRorienlebens, zrnei ober 
deutsche ITlädchenbildnisse oon 1527 und 1534, das Por 
trät eines Venezianers in der Weise des Rntonello da 
IRessina, eine fälschlich Totto genannte L'andschaft mit der 
heiligen familie, oielleicht ein bergamaskisches Bild, endlich 
ein nicht unfeines Bildnis oon demVeroneserfranceska Torbido. 
Griechische Ausgrabungen. 
flm 27. Juni kommt in der Galerie Helbing zu ITlünchen 
eine sehr bemerkenswerte Sammlung griechischer Antiken zur Ver 
steigerung. 
Was diese Kollektion oon oorneherein der Beachtung emp 
fiehlt, ist der Umstand, dafj die Objekte in Griechenland selbst 
fäfje und der archaischen Terrakotten, illit Stücken oon bemerkens 
werter Schönheit und oon relafio sehr guter Erhaltung ist die 
oorhomerische Dipylonzeit oertreten. Besonderes Interesse oer 
dienen ferner die in Böotien gemachten Erwerbungen, sowohl die 
durch seltene formen und merkwürdige Dekoration ausgezeichneten 
fig. 3 Schale aus Theben 
erworbenen Prioatbesitj darstellen, also keine Erwerbungen aus dem 
westeuropäischen Kunsthandel sind; andererseits ist meist der pri 
märe Zustand der Erha'fung gewährt: es ist fast nichts oerbessert 
oder restauriert. Die Hauptstärke liegt in der Sammlung der Keramik, 
und zwar dominiert hier die Abteilung der älter-archaischen Ge- 
Gefähe, wo auch die frühen Idole und sonstigen figürlichen Terra 
kotten auf Würdigung Anspruch erheben dürfen. Unter den schmarz- 
und rotfigurigen attischen Vasen finden sich mehrere Stücke oon 
Bedeutung. Eine der schönsten, frühen Arbeiten darf die meifje 
Tekythons (Kat. Hr. 99) genannt werden, leider sind oon der
	        
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