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MAK

Full text : Jahrgang 2 (1910) (19)

Rümmer  19

Seite  299

Internationale  Sammler-Zeitung.

Zum  Beispiel  ist  eine  münze  in  der  Sammlung  mit  der  Darstellung
des  Kolosseums  auf  der  Reoersseite,  mährend  der  jfloers  das  Bildnis
Vespasians  aufroeist.  Großbronzen  Kaiser  Othos  69  n.  Chr.,  die
nicht  bestanden,  murden,  mie  in  der  Kollektion  liegende  Exemplare
zeigen,  imitiert.  Eine  statistische  Sammlung  der  berühmt  berüchtigten
Fasifikate  des  zu  Ende  des  XVIII.  Jahrhunderts  lebenden  Karl
Wilhelm  Becker  besitzt  das  münzkabinett  in  Kupferabschlägen  und
Bleiabdrücken.
(Illü  nzauktion.)  In  ITlünchen  findet  com  15.  llaoember
ab  bei  Dr.  Bugen  lllerzbacher  llachf.  eine  Versteigerung  oon
Sammlungen  griechischer  und  römischer  münzen  statt.  Der
mit  31  Illustrationstafeln  ausgestattete  Katalog  zählt  2241  llummern
auf,  darunter  Unika  und  Stücke  oon  größter  Seltenheit.
(Tiroler  lahrhundert-lTledaille.)  Aus  Anlaß  der  Tiroler
lahrhundertfeier  im  Vorjahre  ist  auf  Veranlassung  des  Tandeshauptmanns
  oon  Tirol  Freiherrn  oon  Kathrein  eine  offizielle
niedaille  ausgegeben  morden,  die  in  der  Wiener  münze  geprägt
tourde.  Der  oon  dem  bekannten  Illedailleur  des  ITlünzamtes  Rudolf
lleuberger  entroorfene  floers  der  45  mm  messenden  Plakette
zeigt  die  Porträts  Kaiser  Franz  losefs  und  Kaiser  Franz  I.  und
die  Jahreszahlen  „1809“  und  „1909“,  mährend  der  Reoers,  den
niedailleur  Prinz  ausgeführt  hat,  den  Tiroler  Wappenadler  (Kopf
mit  Torbeerkranz)  und  die  Umschrift:  „Pugnis  acerbis  fidem  probavit
Tirolis“  zeigt.  Bin  Exemplar  in  Gold  rourde  dem  Kaiser  bei  seinem
Besuche  des  Innsbrucker  Schießstandes  überreicht.  Während  5000
Stücke  der  ITledaille  in  Silber  (dauon  die  Hälfte  mit  Öhr)  ausgegeben ­
  murden,  ist  die  Anzahl  der  Bronze-Prägungen  nur  eine
kleine  und  sind  diese  Stücke  daher  rar.  Dr.  111,  W.

Philatelie.
(marken  -  tleuheiten).  Italien  gibt  eine  Expreßbriefmarke
  zu
30  cfms  mit  Überdruck
oon  der  Eritrea  und  Taxmarkcn  zu
5,  10,  20,  30,  40,  50  und  60  ctms  rot  und  1,  2,  5  und
10  Tira  blau  mit  roter  Ziffer  und  Überdruck  heraus.
Persien  erscheint  mit  einer  Briefmarke
9  ch.  grau
mit  dem  roten  Eömenmappen  in  der  mitte.
(Internationale  Postmerfzeichen-Ausstellung.)  Aus
Bern  roird  uns  gemeldet:  Die  Preisoerteilung  wurde  auf  einem
Festbankett  oom  Vorsißenden  der  Jury  Baron  oon  Reuterskiöld
aus  Tausanne  oerkündet.  Von  den  beiden  Ehrenpreisen  (Grands  Prix)
hat  den  einen  für  die  schönste  Sammlung  oan  Schmelzer  marken  ausgeseßten
  H.  Jä  g  g  I  i  -  W  e  b  e  r  in  Winterthur  für  seine  kostbare  Spezialsannnlung
  der  Kantonal-,  Übergangs-  und  Bundesmarken,  in  der
besonders  die  Typentafeln  hcroorragend  sind,  erhalten.  Der  andere
Ehrenpreis,  der  für  die  schönste  Sammlung  des  Auslandes  bestimmt
mar,  ist  dem  englischen  Sammler  Teslie  £.  R.  Hausburg  in  Weybridge ­
  für  die  großangelegte  Sammlung  der  lllarken  der  Kolonie
Victoria  oerliehen  morden,  auf  die  der  Eigentümer  ungemeinen  Fleh]
und  Sorgfalt  oerroendet  hat,  und  die  das  Ergebnis  jahrelanger
ITlühen  und  Studien  bildet.  Von  den  fünf  goldenen  ITIedaillen  hat
H.  D.  Duueen  in  Tondon  zroei  erhalten,  die  eine  für  die  Sammlung ­
  Schmelzer  lllarken,  in  der  die  größten  Kostbarkeiten  in
Blockstücken  oertreten  sind,  die  andere  für  die  niauritiussammlung
  mit  den  beiden  Postofficemarken  und  den  sonstigen
Raritäten  ersten  Ranges.  Eine  goldene  ITledaille  ist  dem  Eaoahere
Bon  di  aus  Tioorno  für  seine  grolle  Sammlung  altitalienischer
marken  zuerteilf  morden,  eine  roeitere  hat  Dr.  Ehiesa  aus  lllai
land  für  seine  Sammlung  oon  Sizilien  erhalten,  die  ein  riesenhaftes ­
  sorgfältig  gesichtetes  Alaferial  enthält.  Die  lcl3te  goldene
ITledaille,  die  der  Internationale  Händleroerein  in  Berlin  für  die
beste  Generalsammlung  aller  Tänder  gestiftet  haHe,  ist  dem  Doktor
R.  Ferrari  o  in  Como  für  seine  Sammlung  oon  15.000  marken
oerliehen  morden.  Von  den  sieben  Ehrenpreisen  und  goldenen
medaillen  ist  also  nur  einer  in  der  Schroeiz  geblieben,  mährend

je  drei  nach  England  und  nach  Italien  gegangen  sind.  Silberoergoldefe
  ITIedaillen  sind  im  ganzen  26  oerliehen  morden,  darunter
an  Victor  Beaujeux  in  Tondon  für  Schroeizer  Bundesmarken,  an
E.  E.  Hoffmann  in  St.  linier  für  Schroeizer  Stempelmarken,  an
E.  J.  ITlerßanoff  in  Rom  je  eine  für  Griechenland  und  für  eine
Generalsammlung  oon  Europa,  an  A.  F.  Warren  in  Epsom  je  eine
für  lüederlande  und  für  niederländische  Kolonien,  an  Dr.  Diena
in  Rom  für  Tombardei,  Venefien,  an  den  Earl  of  Gramford  für
ITeapel,  an  Carl  Günther  in  Chemniß  für  Sachsen,  an  Jules
Roussette  in  Turin  für  französische  Kolonien,  an  m.  Erich  Unger
in  Forst  (Tausiß)  für  deutsche  Kolonien,  an  J.  Schieb  in  Bern  für
Großbritannien,  an  111.  Z.  Booleman  in  Amsterdam  für  Transoaal,
an  ITl.  P.  Cas  tle  in  Brighton  für  dieTrinidadsfudie,  an  Dr.  Chiesa
in  lllailand  je  eine  für  Argentinien  und  für  eine  Raritätenzusammenstellung ­
  oon  Italien  und  Uruguay  an  0.  Fearnley  in  Westcliff
für  eine  Generalsammlung  und  an  £.  J.  ITlertjanoff  in  Rom  ebenfalls ­
  für  eine  Generalsammlung.  Der  Amerikaner  C.  T.  Pack  in
Tackroeed  hat  nicht  roeniger  als  oier  silberoergoldete  medaillen
erhalten,  nämlich  je  eine  für  Spanien,  tliederlande,  die  niederländischen ­
  Kolonien  und  neusecland.  Die  oon  der  londoner  Junior
Philatelie  Society  gestifteten  silberoergo'.deten  ITIedaillen  für  jugendliche ­
  Sammler  im  Alter  oon  roeniger  als  18  Jahren  hat  miß  Kifty
lTelke  in  Tondon  erhalten.  Außer  ihr  ist  noch  eine  Tondoner
Dame  mit  der  silberoergoldeten  ITledaille  ausgezeichnet,  lllrs.  Edith
Field,  die  den  Preis  für  eine  sehr  schöne  Generalsammlung  ungebrauchter ­
  ATarken  oon  Großbritannien  und  den  britischen  Kolonien,
geordnet  in  sechs  großen  Bänden,  erhalten  hat.  Silberne  medaillen
sind  etroa  dreißig  oerliehen,  darunter  an  folgende  Deutsche  und
Österreicher;  Hauptmann  a.  D.  P.  Ohrt  in  Düsseldorf  je  eine  für
Oldenburg  und  für  ein  Werk  über  Heudrucke,  Adolf  Passer  in
Wien  für  Türkei,  1.  Heidrich  in  Gablonz  für  Sizilien,  Gustao  Tabhardt ­
  in  Törrach  für  eine  Spezialsammlung  oon  Europa,  H.  Kropf
in  Prag  für  ein  Werk  über  Österreich,  A.  E.  Glaseroald  in  Gößniß
für  postalisch  gebrauchte  Fälschungen  und  Paul  Kohl  in  Chemniß
für  sein  großes  Handbuch.  Die  Zahl  der  oerliehenen  bronzenen
medaillen  beträgt  ebenfalls  gegen  50;  außerdem  sind  noch  oiele
Diplome  oerliehen  morden.  Franz  Reichenheim  in  Tondon  hat,
da  in  seiner,  der  Championklasse,  eine  ITledaille  außer  den  an
Hausburg  und  Bondi  oerliehenen  Auszeichnungen  nicht  mehr  übrig
mar,  ein  Spezial-Ehrendiplom  für  seine  heruorragende  Sammlung
oon  Frankreich  erhalten.
Porzellan.
(Das  Porzellan  im  Wilhelmstaler  Schloß.)  Der  „Frkf.
Ztg.“  roird  geschrieben:  Bei  dem  angeblich  beoorstehenden  Verkauf
des  Wilhelmstaler  Schlosses  tritt  an  den  Kunstliebhaber  die
Frage  heran,  roas  aus  der  überaus  roertoollen  Porzellansammlung
  dieses  einstigen  Fürstensißes  meiden  soll,  roenn  es  roirklich
dazu  kommt,  daß  Schloß  und  Park  getrennt  oon  dem  kostbaren
Inoentar  oeräußert  morden,  mie  es  beabsichtigt  zu  sein  scheint.
Die  reiche  Fülle  schöner  Keramik,  die  im  stiloollen  Rokokorahmen
der  gesamten  Einrichtung  des  einsamen  Schlößchens  so  recht  in
ihrer  Eigenart  und  Grazie  zur  Geltung  kommt,  roürde  man  nur
mit  großem  Bedauern  aus  der  gemahnten  Umgebung  scheiden  sehen.
Der  Ginmand,  daß  oiele  der  hier  untergebrachten  alten  Stücke  als
selbständige  Kunstroerke  anzusehen  sind  und  somit  überall  am
rechten  Plaß  sein  roürden,  kann  dieses  Bedauern  nicht  oermindern,
Von  dem  hessischen  Eandgrufen  Wilhelm  VIII.  angelegt,  dem  auch
die  Kasseler  Gemäldegalerie  ihren  Grundstock  oerdankt,  wuchs  die
Wilhelmstaler  Porzellansammlung  unter  seinen  llachfolgern  außerordentlich ­
  an,  indem  zu  den  ersten  Erwerbungen  oon  osfasiatischen
Erzeugnissen,  die  der  kluge  Fürst  mährend  seines  Aufenthaltes  in
Holland  gemacht  hatte,  oorzugsroeise  Erzeugnisse  der  A1  t-HT  eißener,
der  Fuldaer  und  der  Alt-Berliner  ITlanufakfur  hinzutraten.  Da
diese  leßtere  alle  Produkte  aus  der  Blütezeit  ihrer  Fabriken  und
schon  im  ältesten,  um  1825  angefertigten  Inoentaroerzeichnis  des
Schlosses  aufgeführt  sind,  so  haben  sie  jedenfalls  sehr  früh  dort
ihr  Heim  gefunden.  Unter  den  ostasiatischen  Porzellanen  sind
            
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