Seife 310
Inter nationale Sammler-Zeitung.
Rümmer 20
Reue (Tleöaillen.
■ jeder liegen uns einige Arbeiten Wiener Künstler
uor, die die Wiener Schule in das oorteilhafteste
licht rücken.
Hans Schaef er, der heute schon in der ersten
Reihe marschiert, stellt sich mit einer llledaille
ein, die den Künstler auch als Denker zeigt.
„Flach der Arbeit“ (Fig. 11) symbolisiert höchst
treffend das Bildungbestreben der arbeitenden
Kreise: ein Arbeiter, der am
Feierabend durch eifrige Fektiire
seinen Gesichtskreis zu
ertoeifern sich bemüht, bildet
den Gegenstand der Darstellung.
Sinnig ist die Umschrift
geroählf, die „Fern leuchtet
deinem Geiste das kommende
Jahrhundert auf“ lautet. Die
oorzügliche FRedaille ist einseitig
ausgeführf.
In den Fig. 12 und 13
führen mir unseren Fesern
die oon uns schon in der
Rümmer 18 beschriebene lagdausstellungsplaketfe
desselben
Künstlers oor.
Der Auers (Fig. 12) zeigt
Kaiser Franz Josef als Jäger,
jedoch ohne Hut und Waffe:
ihm gegenüber sieht man kräftige
Arbeifergesfalten, deren
eine dem JTlonarchen ein lorbeerreis
enfgegenstreckt. Jm
Hintergründe gemährt man
die Rotunde mit der Hauptauenue
der Jagdausstellung.
Die Unterschrift lautet: „Grsfe Jnternationale Jaqdaussfellunq
Wien 1910“.
Der Reuers (Fig. 13) zeigt den Kopf der Diana, die
an dem Diadem mit Halbmond leicht zu erkennen ist. Zu
beiden Seifen der Jagdgottin strebt Forbeer empor: unter
einem Forbeerzroeige liest man die Inschrift „Abteilung
D. Industrie und Geroerbe“.
Die Plakette hat eine Gröfje oon 80 mm.
Anfon Weinberger hat seiner oornehmen ersten
Porträtplakette auf Erzherzog Karl Franz Josef für die
oberösterreichische Fandes-Handwerker - Ausstellung (in
IJr. 17 deso.J. abgebildet) eine Reihe oon flledaillen und
Plaketten folgen lassen, die ein tüchtiges Können, sowohl
im Porträt, roie in der Komposition
oerraten. Die „Internationale
Jagdausstellung“ hat
auch ihm den Impuls zu einer
Kaiserplakette gegeben, die
teils in Silber auf Onyx oder
ITlarmor montiert, teils in hübscher
Bronzepatina in oerschiedenen
Größen hergestellt
rourde. Wir bringen das Bild
der größeren Prägung. (Fig.
14.) Sie ist achteckig, im
Durchmesser oon 64 : 59 mm
ausgeführf und zeigt den
Herrscher Österreich-Ungarns
im Jägergeroande oon rechts
mit der Büchse im Arme auf
dem Anstande. Den Hintergrund
bildet ein hochstämmiger
Wald, zwischen dessen
Bäumen rechts hinter einem
Strauche das oon Strahlen
umgebene Hubertusrounder
emporleuchtet. Rechts unten
am Rande hat Weinberger
seinen Ramen oertieft angebracht.
Fig. 15 ist Weinbergers Hubertus-lRedaille, auf der
der Heilige im Jagdkleide oon links nach rechts dargestellt
ist. Das Haupt umstrahlt der Glorienschein. Die Rückseite,
ebenfalls ohne Inschrift, ist mit dem oon oorne
zur Darstellung gebrachten ßrustbilde eines mächtigen
Fig. 11. Schaefer: „Rach der Arbeit.“
Fig. 12. Schaefer: Jagdaussfellungsplakefte.
Fig. 13. Schaefer: dagdausstellungsplakette.