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MAK

Full text : Jahrgang 3 (1911) (12)

Hummer  12

Seite  187

Internationale  Sammler-Zeitung

geöffnet,  so  erhielt  ich  amerikanische  Offerte  mit  einer  enormen
Summe.  Ich  oerkaufte  es  damals,  meine  Vermögensoerhältnisse
gestatten  mir  keine  Van  Dyks,  flach  im  heurigen  Winter  wurden
mir  700.000  frank  mit  der  Aussicht  auf  die  ganze  JTtillion  geboten.
Der  Käufer,  der  bei  mir  erschien,  wuf}te  nichts  Dom  Verkaufe.  Der
Wiener  Händler  hatte  den  Wert  seines  Schafes  nicht  genug  erkannt.
Vielleicht  mären  fünftausend  Gulden  flutjen  sofort  nach  dem  Ankauf ­
  auch  ein  Argument.“
numismatik.
(Die  Dubletten  des  fllünzkabinetts  der  Eremitage.)
Vor  einigen  Tagen  ueranstaltefe  die  frankfurter  firma  Adolph  Hel}
Hachfolger  eine  IVtünzuersteigerung,  deren  Gegenstand  Dubletten
des  kaiserl.  ITlünzkabinefts  der  Eremitage  in  St.  Petersburg
bildeten.  6s  kam,  roic  uns  die  firma  mitteilt,  bei  dieser  Gelegenheit ­
  eine  Reihe  großer  Seltenheiten  zum  Verkauf,  die  zum  Teil
seit  nielen  Jahren  nicht  im  Handel  uorgekommen  sind.  So  erwarb
das  kaiserl.  ITlünzkabinett  in  Wien  gleich  die  erste  Hummer,  einen
prächtigen  Schautaler  lllaximilians  I.  und  der  ITlaria  oon  Burgund
non  1477,  ein  Illuster  niederländisch-gotischer  Prägekunst,  für
5800  Ulk.  Die  sehr  seltene  erste  Crown  des  englischen  Parlaments
brachte  zusammen  mit  der  Vs  Crown  oem  1651  den  Betrag  non
650  Alk.,  eine  Originalmedaille  (1582)  des  Stephan  Bathory,  König
Don  Polen,  Alk.  500  und  eine  goldene  Aledaille  auf  die  Vermählung
seines  llachfolgers  Sigismund  mit  der  Erzherzogin  Constanze  non
Steiermark  775  Alk.  Ein  goldenes  Danziger  Schaustück  (1619)  auf
den  frieden  zwischen  Polen  und  Rußland  erzielte  1475  Ulk.,  ein
fiinfdukatenstück  der  Königin  Christine  für  Riga  1000  Alk,  ein
Zehndukatenstück  des  Umländer  Ordensmeisters  Walter  uon  Plettenberg ­
  (uon  1525)  1100  Ulk.  und  ein  Taler  desselben  Herrn  5755  Alk.
für  einen  Taler  Philiberfs  II  uon  Saooyen  mit  seiner  Gemahlin
uon  lolanthe  gab  man  1450  111k.,  für  einen  Hamburger  Portugalöser
  o.  J.  (10  Dukaten,  etwa  1580)  720  und  für  eine  Aledaille
lllelanchthons  uon  seinem  Zeitgenossen  friedrich  Hagenauer  920  Alk.
(Schweizer  Goldmünzen.)  Bei  £eo  Hamburger  in
f  r  a  nk  f  u  rt  a.  Ul.  kam  die  Sammlung  Schweizer  Goldmünzen  des
Herren  Adolf  Ikle  (St.  Gallen),  die  eine  grofje  Anzahl  oon  Seltenheiten ­
  ersten  Ranges  enthielt,  unter  den  Hammer.  Es  erzielten
u.  a.:  Züricher  Goldkronen  580  und  740  Ulk,  ein  sechsfacher  Züricher ­
  Dukaten  1525  lllark,  zwölf-,  zehn-  und  neunfache  Berner
Dukaten  2505,  1605,  1025,  1100  und  2000  Alk.,  zehn  Dukaten  £uzern
  1590  lllark,  alte  Goldgulden  der  Urkantone  nach  Sicilianer
Typus  2310,  2425  und  2500  Alk.,  ein  1 1 / 2  facher  Zuger  Dulrat
2000  Ulk.,  ein  Baseler  Doppelgoldgulden  1000  Alk.  und  zwei  einfache ­
  datierte  Baseler  Goldgulden  1050,  1225  Ulk.;  eine  freiburger
Pistole  1225  Alk.,  ein  Churer  5  Dukatenstück  2000  Ulk.,  ein  Haldensteiner ­
  7  Dukatenstück  1500  Alk.,  Genfer  grofje  Goldstücke  erreichten ­
  Preise  uon  1275  bis  1985  Ulk.  und  ein  kleiner  Ulerominger
Gold-Triens  des  Königs  Dagobert,  in  St.  Aloritj  geprägt,  935  Ulk.
Eine  kleine  Goldmünze  non  Sitten  brachte  2500  Ulk.  und  zwei
größte  oon  Ileuchatel  2500  und  2750  Alk.  Den  höchsten  Preis
erzielte  ein  alter  Berner  Goldgulden  mit  2905  Alk.
Philatelie.
(Die  bayerischen  Jubiläu^sb  rief  marken.)  Aus
Ulünchen  berichtet  man  uns:  20  lllillionen  Jubiläumsbrief  marken,
die  zur  feier  des  25jährigen  Regierungsjubiläums  des  Prinzregenten
Tuifpold  uon  Bayern  ausgegeben  werden,  sind  innerhalb  zwei
Tagen  im  ooraus  bestellt  worden.  Alan  rechnet  auf  einen  Urnsafj
non  mindestens  30  lllillionen  Ularken  während  des  ITlonats  luni,
da  die  oerausgabten  Ularken  nur  im  lllonat  luni  für  alle  Postbezirke ­
  Deutschlands  gelten,  und  dann  ihre  Gültigkeit  Derberen.
(Aufjer  Kurs  gese^te  schwedische  Ularken.)  Schweden
hat  unterm  25.  Alärz  I.  J.  seine  sämtlichen  Postwertzeichen-Ausgaben ­
  bis  1878,  die  Aufbrauchs-Ausgabe  1889  und  einen  Wert  der
Ausgabe  IS91  aufjer  Kurs  gesefjf,  darunter  Stücke,  die  wohl  schwerlich ­
  zum  Umtausch  gegen  kursierende  Ularken  werden  uorgewiesen
werden.  lehrreich  sind  die  den  betreffenden  Säfjen  in  der  offiziellen ­
  Verfügung  beigegebenen  Emissionsdaten.  ]m  amtlichen

Erlasse  heifjt  es  nämlich:  Zur  Frankatur  oon  Poststücken  etc.  nicht
mehr  zulässig  sind  die  Werfe:
(„Senf“  1  —  5)  3,  4,  6,  8,  24  Shilling  banco  der  Ausgabe  uom
I.  Juli  1855
(  „  7  12)  5,  9,  12,  24,  30,  50  Öre;  Ausg.  u.  1.  Juli  1858
(  „  15)  Cokalbriefmarke  (5  Öre)  der  Stadtpost  Stockholm;
Ausg.  Dom  I.  Jänner  1862
(  „  14)  5  Öre;  Ausg.  uom  1.  Dez.  1862
(  „  15  16)  17,  20  Öre;  Ausg.  uom  1.  April  1866
(  „  17,19-26)  3,  5,  6,  12,  20,  24,  30,  50  Öre,  1  Riksdaler;  Ausg.
uom  I.  Juli  1S72
(  „  18)  4  Öre;  Ausg.  uom  1.  Jänner  1877
(  „  27)  1  Krona;  Ausg.  uom  20.  Alärz  1879
(  „  58,  59)  12,  24  Öre  mit  Aufdruck  10  -  Tia  Öre;  Ausg.  oom
1.  Oktober  1889
(  „  45)  2  Öre;  Ausg.  oom  8.  Juli  1891.
Von  der  Stockholmer  Stadtpostmarke  oon  1856  ist  in  dem
Erlasse  nicht  die  Rede.  Dazu  geht  aus  der  Darstellenden  Aufstellung ­
  heroor,  dafj  die  Einreihung  der  4  Öre  grau  (Senf  11  r.  18)
in  die  lllarkenreihe  oon  1872  ungenau  ist.  —  Allem  Anscheine
nach  behalten  die  Ausgaben  uon  1885  und  1891  (Kopf  König
Oskars),  mit  Ausnahme  der  hieuor  erwähnten  2  Öre  orange,  bis
auf  weiteres  ihren  Kurswert.
Uerschiedenes.
(Herder-funde  in  Bückeburg.)  Bei  der  lleuordnung  des
fürstlichen  Hausarchios  in  Bückeburg  sind  jetjt  funde  gemacht
worden,  die  einen  Einblick  in  die  Beziehungen  zwischen  dem
Grafen  Wilhelm  uon  Schaumburg-Cippe  und  seinem  Haupfprediger
  und  Kansistorialrat  Herder  gewähren.  Graf  Wilhelm,
der  geniale  Kriegsmann,  war  auch  ein  Philosoph  wie  sein  Vorbild,
friedrich  der  Grofje.  Er,  der  auf  der  Pyrmonfer  Allee  Sonntags
unter  Tausenden  mit  dem  hannouerschen  Teibarzt  Zimmermann
stehen  blieb,  um  über  die  Alängel  in  den  Beweisen  für  das  Dasein ­
  Gottes  sich  zu  unterhalten,  der  mit  dem  „Hochedelgebohrenen,
Hochgeehrten  Herrn  Aloses  lllendelssohn  korrenspondierte,  dessen
frau  Alendelssohns  lllanuskript  über  die  Unsterblichkeit  der  Seele
abschrieb,  legte  auf  Herders  geistliches  Amt  keinen  Wert.  Der  aber,
um  zwanzig  Jahre  jünger,  und  noch  in  brausender  Entwicklung,
war  oon  dem  Werfe  des  Predigtamts  überzeugt.  Wie  die  beiden
Alänner  sich  zu  nähern  uersuchen,  bezeugen  nun  die  hier  gefundenen ­
  Dokumente,  die  Otto  lllüller  im  „Archio  für  das  Studium
der  neueren  Sprachen“  ueröffentlicht.  Über  Gott  und  Tugend  finden
die  beiden  sich  zu  gemeinsamer  Arbeit  zusammen.  Herder  giefjt
philosophische  Gedanken,  die  der  Graf  in  französischer  Sprache
formte,  in  deutsche  Verse  um.  Es  ist  die  „Apostrophe  an  den
ITlenschen“,  die  mit  dem  Vers  schließt:  „Den  Geist  des  All  Zusehen,
mufjt  Du  selbst  Weltall  seyn“,  und  ein  Gedicht  mit  der  Überschrift ­
  „Das  menschliche  leben,  Ein  philosophisches  Seestück.“  Von
diesem  fand  sich  der  französische  Text  des  Grafen,  und  auf  demselben ­
  Bogen  hat  dann  die  Gräfin  Herders  poetische  Umarbeitung
eingetragen.  Die  Apostrophe  bemüht  sich  um  den  llachweis  eines
bewufjten  Schöpfers  der  Welt,  das  Seestück  um  die  Verdeutlichung
der  Eeitung  der  Geschicke  und  Gedanken  der  ITlenschen  durch  einen
nllmeisen  und  allmächtigen  Denker  dieser  Welf.  Aber  Herder  machte
nicht  nur  (im  Winter  1775/74)  den  ernstlichen  Versuch  einer  geistigen ­
  Annäherung,  sondern  gestattete  dem  Grafen  auch  direkt
Einflufj  auf  eine  seiner  Dichtungen.  Denn  wie  sich  aus  den  neu
gefundenen  Papieren  ergibt,  gestaltete  er  nach  den  Vorschlägen
seines  tandesherrn  einen  Abschnitt  des  „Brutus“  um.  Brutus  gilt
den  beiden  wie  ihrer  Zeit  als  der  Vertreter  der  Römertugend.  Die
beiden  Alänner  sind  in  gegenseitiger  Hochachtung  nach  fünf  Jahren
uon  einander  geschieden,  als  Goethe  Herder  nach  Weimar  zog.
(Alt  griechisch  es  Email.)  Wie  die  alfgriechischen  Künstler
oder  Handwerker  das  Email  auf  ihren  Töpfereien  hergesfeilt  haben,
hat  Dr.  5ranchef  in  einer  Untersuchung,  die  er  der  Pariser  Akademie ­
  der  Wissenschaften  norgelegt  hat,  fesfzusfellen  oersucht.
Er  hafte  zu  diesem  Zwecke  mehrere  Bruchstücke  griechischer
Töpfereien  zur  Verfügung,  die  aus  dem  liierten  bis  achten  Jahr-
            
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