MAK
Rümmer 5 
Internationale Sammler-Zeitung. 
Seite 73 
Flamen oollkommen überein, andere gehen eigene Wege. Flamen 
mie Abic'zer, Achimelek, Achino’am, Cla, Clisa, Asa, Gera, Cheles, 
Jojada’, Joaschib (ogl. Cljaschib), Jo’asch, Flatan, ’Abda, ’Uzza, 
Rapha, Scheba' sind sofort jedem als biblische Flamen bekannt, 
ebenso Sikem (SKM). Daneben treten auf Ba'aUr, Abiba’al, Ba’al- 
zamar, Ba’läzakar (uergl. bilil. Sekarjah), Ba'alme'oni (Bibi. Ba'al- 
me’on) Gadijan (bibl. Gaddiel), Jeda jau (bibl. Jedajah), Uleriba’al, 
ITlaranjau, 'Aga(e)ljau. 
Die letztere Gruppe zeigt uns fast durchweg den in der Bibel 
in den €igennamen der Zeit uercoischfen starken Cinfluß der Ba’al- 
religion unter Rhali und lsabel. IFIan sicht, roelchen tiefgreifenden 
Cinfluß Ba'al noch oder aufs neue ausübte. Hier erhält das biblische 
Geschichtsbild seine Bestätigung, das Flamenmaterial seine Crgän- 
zung. Von besonderem Interesse sind die drei leßten Hamen, 
llleriba'al, die durch die biblische Textkritik längst erschlossene 
richtige form für den masoretischen FFlephibosef, erhält hier die 
inschriftliche Cegitimation; ITlaranjau deutet rnohl auf einen syrischen 
fremdling, der aber Halme bekennt; ’flga(e)ljau (oon ’egel Kalb) 
meist auf den Stierdienst Jerobeams und erhärtet seine Übung und 
die Tatsache, dal] der Stier nicht als fremdgotfheit, sondern als 
Symbol Jahoes empfunden rourde. In Ba'ala erhalten mir die 
längst oermutete meibliche Baalin. (Theologisches Citeralurblaft.) 
Aus öem Basier Historischen fDuseum. 
Cine ganze Reihe bedeutender Heuermerbungen an süd 
deutscher Holzplastik ist kürzlich im Basler Historischen FFluseum 
zur Aufstellung gelangt. Die Basler Sammlung mar uon jeher eine 
michtige fundgrube für jeden Kenner der alten kirchlichen Holz 
skulptur. Im abgelaufenen Jahre ist nicht nur ein neues großes 
flltarroerk der schmäbischen Schule uom flnfang des 16. Jahr 
hunderts hinzugekommen, auch die Sammlung einzelner Holzfiguren 
hat eine roesentliche FHehrung erfahren. Hauptsächlich die ober 
rheinische Gruppe konnte durch glückliche Käufe so ermeitert 
merden, daß das UJuseum jetjt ein rundes Bild gibt uon der 
blühenden Holzschnißerkunst des Kulturkreises am Oberrhein in 
den Dezennien nor und um 1500. Wenn man weiß, daß meitaus 
der größte Teil gerade der sakralen Holzplastik den Scheiterhaufen 
der Reformation zum Opfer gefallen ist, so bringt man dem seltenen 
Schaße im Chor der alten Barfüßerkirche in der bekanntlich die 
Basler historischen Sammlungen aufgesfellt sind — eine besondere 
Hochschäßung entgegen. Kein Flluseum in der Schmeiz und nur 
sehr menige im fluslande haben heute ähnliche geschlossene Reich- 
tümer auf diesem Gebiete. 
Van den € Werbungen des Jahres 1010 meist die Standfigur 
eines St. Johannes d. T. das ehrroürdigsfe fllter auf, Die Plastik 
gemahnt in FUodellierung und Haltung an die Basler Brunnenfigur 
des Hl. Jakobus aus der ITlitte des 15. Jahrhunderts. Schon oiel 
indiuidueller und formal freier ist die fast lebensgroße figur des 
Hl. Caurentius, deren statuarische Großartigkeit und seelische 
Ausdruckskraft an ein uerschollenes bildnerisches Genie denken 
läfjt, an einen Uleister, derefmaum 1480 in Basel gearbeitet haben 
mu|. Die reiche faltung des schroeren Gemandes gemahnt an 
Schongauers Weise; der Kopf aber ist ganz eigenartig, anatomisch 
durchgebildef, aber uon delikatester Weichheit und mit einem Schalten 
leiser Wehmut auf den schmerzuoll zuckenden tippen. Keine fläche 
ist ohne feine ITlodellierung, das ganze Werk atmet Cmpfindung 
Die aus der Basler St. Andreaskapelle stammende figur ist mit 
fast dokumentarischer Sicherheit als einheimische Arbeit zu be 
stimmen. Aus Basels llachbarschaft stammen ein paar neu er 
worbene Holzplastiken, bei denen froß uerschiedenen fundorten 
und roechselnder Qualität der Arbeit eine Verwandtschaft nach 
weisbar ist. Cs ist durchweg der adelige oberrheinische Typus mit 
der feinen Hase; die uerfikalen Parallelfalten des Gemandes, Weich 
heit und schmungoolle Breiten der FlJanfelfalten sind allen den 
weiblichen figuren eigen, die sich insgesamt auf den Anfang des 
16. Jahrhunderts datieren lassen. Da ist eine Heilige mit Krane, 
dann ein lesender Heiliger mit feinen realistischen Zügen, Dann, 
wohl uon einer noch begabtem Schnißerhand gefertigt, ein Hl. 
lllartinus mit erstaunlich wahr charakterisiertem harten Krieger 
gesicht und einer bis ins Kleinste durchgeführten Rüstung; uom 
gleichen Illeister ist eine anmutig und liebreizend wirkende Heilige. 
Aus uerroandtem Kreise stammen zwei, in der Gegend uon Rhein- 
felden gefundene ITladannen und eine Hl Verena, alle mit ent 
schieden indiuidualisierender lllodellierung der frauenhaft weichen 
Gesichter. Die noch ganz gotische Stellung der figuren läßt an 
eine Cntsfehungszeit gegen Cnde des 15. Jahrhunderts denken. 
Um zwei, drei Dezennien älter ist eine kleine Bischofsfigur, eben 
falls oberrheinischer Herkunft, die noch in der ursprünglichen 
warmen Vielfarbigkeit erhalten ist Die ganze Haltung ist ungemein 
zierlich, der Kopf schon recht geistooll und lebendig. Der in der 
llähe aufgestellte, lebensgroße und reich polychrome Hl. Ilikolaus 
wirkt daneben doch mie aus einer andern Welf. Der edel und wahr 
gesehene Kopf, der an Holbeinsche Bildnisse gemahnt, der breite 
üppige falfcnrourf der Gewänder deuten auf die Cntsfehungszeit 
im zweiten Viertel des 16. Jahrhunderts. Cs sei hier noch noch die 
Gruppe „Hlaria mit dem Ceichnam Christi“ erwähnt, die unlängst 
oon einer bunten stilfremden Bemalung befreit wurde. Die gelungene 
Restaurierung hat der Sammlung eigentlich ein neues Werk ge 
schenkt. Die aus der Innerschweiz stammende Plastik oertriff einen 
unbekannten Uleister nom Anfang des 16. Jahrhunderts, der hier 
mit außerordentlichem formgefühl die Vergeistigung seelischer Qual 
im Gesichte der Gottesmutter, die Spuren des Todeskampfes auf 
Antliß und Körper Christi lebendig gemacht hat. 
Zu den Basler Schüßen an schwäbischer Holzplastik — mir 
erinnern nur an den mächtigen flügelaltar uon St. Hlaria Calanca 
— kommt nun noch der kleinere, aber farbig überaus reizoolle 
Hochaltar aus der Graubündner Kirche zu Rodels. Der Schrein 
zeigt uor Goldgrund die oier Sfandfiguren der ITlutfergottes mit 
dem Kinde, der h. Anna und, etwas tiefer, des h Christoph und 
des h. Jakobus major. Auch an den fliigeln finden sich je zwei 
Heilige. Bemerkenswert ist der geistoolle Realismus in allen diesen 
Köpfen, dann das wohltuende Wechselspiel der färben und die 
feinheiten des teils stilisierten, teils realistischen Rankenwerkes. 
Die Predella bildet eine Tafel mit Christus und den Jüngern; als 
Aufsaß sehen wir uier ansehnlich hohe fialen zwischen die je eine 
Heiligenfigur gestellt ist; die lllitte dieses architektonisch mirkungs- 
uollen Abschlusses bildet ein ganz archaisch wirkendes Kruzifixus, 
der wohl aus älterem Kirchenbesiße stammt. Die Außenseite der 
fliigel und die Rückwand des Schreines zeigen eine interessante 
Bemalung, welche aus stilkritischen Gründen dem Schöpfer des 
Schnißmerkes zugesprochen merden kann. Auf den flügeln ist die 
Anbetung des Jesuskindes durch Hlaria und die Hirten (links), 
durch die drei Könige (rechts) dargesfelit. Die Rückwand zeigt die 
Ölbcrgszenc (I.) und Christus am Kreuz (r.) lieben manchem etwas 
altertümlich und befangen wirkenden Zuge ist in diesen Bildern 
ein kraftuolles Ringen nach seelischer Vertiefung und Ausdrucks 
gewalt, durch lineare und malerische lllittel, unoerkennbar. Als 
Gesamtwerk wird dieser Altar in der Geschichte süddeutscher 
Schnißkunst und lllalerei einen bleibenden und ansehnlichen Plaß 
erhalten.
	        
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